IM BLICKPUNKT

Straus-Abschied: „Wir haben es nicht kommen sehen“

von Redaktion

München – Es war eine große Überraschung, als der FC Bayern vor Ostern mitteilte, dass Trainer Alexander Straus die Frauen-Mannschaft verlassen wird. Am Dienstag hat sich der Norweger, der ab dem 1. Juni Angel City FC in Los Angeles trainieren wird, erstmals zu den Gründen für seinen Abgang geäußert. Die Entscheidung erklärte der 49-Jährige mit einer gewissen Amtsmüdigkeit, die er erstmals im Herbst gespürt habe. „Dann muss man sich selbst fragen: Was braucht die Mannschaft? Was braucht der Verein? Kann ich derjenige sein, der den Verein in den nächsten drei Jahren voranbringt? Oder braucht es vielleicht neue Impulse? Und brauche ich vielleicht selbst neue Impulse?“, sagte er.

Die drei Jahre in München mit fünf Titeln seien wunderschön gewesen, aber auch anstrengend, erklärte Straus weiter. „Es nimmt einem viel Energie, Spiele zu gewinnen. Es ist nie einfach, es ist immer schwer. Man muss Entscheidungen treffen, es sind lange Tage mit wenig Schlaf“, sagte Straus, der in dieser Saison mit dem Team erstmals das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen hatte.

„Wir haben es nicht kommen sehen und es hat auch mich persönlich in dem Moment getroffen. Wir haben drei Jahre sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet“, sagte Frauen-Direktorin Bianca Rech mit Blick auf den Abschied von Straus: „Ich kann die Gründe von Alex sehr gut verstehen. Die tägliche Arbeit kostet sehr viel Energie. Wenn dann nach drei Jahren der Punkt kommt, an dem man das Gefühl hat‚ alles für den Verein gegeben zu haben und dass es nicht mehr besser werden kann, ist das menschlich und nachvollziehbar.“ Die Suche nach einem Nachfolger läuft derzeit, der neue Trainer soll vor allem menschlich gut zur Mannschaft passen und kommunikationsstark sein. „Wir suchen jemanden, der die von Alex entwickelte Spielidee weiterführt. Wir wollen nichts komplett Neues machen, sondern darauf aufbauen“, sagte Rech.
CHRISTIAN STÜWE

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