Philipp Sander ist vor der Saison aus Kiel nach Gladbach gewechselt, am Samstag trifft er in der Allianz Arena auf den FC Bayern. Im Interview spricht er über sein rasantes Jahr, das Niveau der Bundesliga – und ein mögliches Duo aus Musiala und Wirtz beim Rekordmeister.
Philipp Sander, was überwiegt vor dem Duell am Samstag: die Vorfreude, Bayerns Meisterfeier vermiesen zu können oder die Angst vor einer Packung?
Die Vorfreude ist auf jeden Fall größer. Es ist mein erstes Duell in München: Wir sind alle gewillt, ein gutes Ergebnis zu erzielen und gehen selbstbewusst in die Partie.
Letzten Sommer wurde Gladbach eine schwere Saison prognostiziert, trotzdem haben Sie lange um Europa gekämpft – und die Chance zuletzt fast endgültig verspielt. Wie zufrieden sind Sie mit der Spielzeit?
Wir hatten richtig gute Phasen und zwischenzeitlich endlich Konstanz in unserem Spiel. Trotzdem schmerzt es, dass wir noch vor ein paar Wochen deutlich besser dastanden und sogar gute Chancen auf Europa hatten und es jetzt nur noch rechnerisch möglich ist.
Zuletzt hat Gladbach fünf Spiele nicht gewonnen. Woran lag der Leistungseinbruch?
Manchmal macht man ein schlechtes Spiel, manchmal kann es an Kleinigkeiten liegen. Gegen Hoffenheim haben wir zu einem schlechten Zeitpunkt das 1:2 nach einer Ecke bekommen, ohne dieses Gegentor vor der Halbzeit läuft die Partie komplett anders. Ich finde aber nicht, dass man aus solchen Partien direkt einen Negativ-Trend ableiten sollte.
Sie hatten einen Infekt mit Herzbeteiligung, ähnlich wie zuletzt auch Aleksandar Pavlovic. Wie schwer ist es für den Kopf im Gegensatz zu einer „normalen“ Verletzung, zu pausieren, wenn man sich wieder fit fühlt?
Das war eine große Herausforderung. Ich habe mich gut gefühlt, hatte keine Symptome, aber mein Blutbild hat gezeigt, dass da etwas nicht stimmt. Bei einer Verletzung geht man in die Reha, kriegt einen Trainingsplan, arbeitet an seinem Comeback. Bei diesem Infekt musste ich aber aussetzen, ohne den Grund zu spüren. Zum Glück wurde ich top betreut, daher ging die Genesung vergleichsweise schnell.
Sie haben vor der Saison gesagt, sich auf Wirtz und Musiala zu freuen. Wie bange wird Ihnen beim Gedanken, womöglich bald gegen beide in einem Team auflaufen zu müssen?
Gegen Musiala habe ich noch nicht gespielt, gegen Wirtz war es extrem unangenehm. Der Gedanke, beide links und rechts in meinem Rücken zu haben, ist keine schöne Vorstellung (lacht).
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VINZENT TSCHIRPKE