Bald-Bayer? Nationalspieler Florian Wirtz. © Imago
Leverkusen/München – Die Verantwortlichen des FC Bayern arbeiten intensiv an dem Transfer von Florian Wirtz von Bayer Leverkusen nach München. Dass sich der deutsche Rekordmeister und der Nationalspieler schon seit Wochen prinzipiell über einen Wechsel einig sind, war in der Branche schon seit Wochen bekannt (tz berichtete). Die Bayern wollen Wirtz – am liebsten bereits im Sommer! Nun nimmt der Wechsel konkrete Züge an. Wie die tz erfuhr, soll der Offensivspieler zwei Vorverträge mit den Bayern vereinbart haben: Einen Kontrakt soll Wirtz für 2025, den anderen für 2026 beschlossen haben.
Die Arbeit von Ehrenpräsident Uli Hoeneß scheint Früchte zu tragen. Der langjährige Bayern-Patron hat die Vorarbeit beim Königstransfer geleistet, stand regelmäßig im Austausch mit Vater und Berater Hans Wirtz. Unter andrem half er der Familie dabei, den Adidas-Vertrag des DFB-Kickers lukrativer zu gestalten. Nun ist auch Karl-Heinz Rummenigge als „Diplomat“ gefordert: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende soll dabei helfen, zwischen Bayern und Leverkusen zu vermitteln, damit der Transfer bereits diesen Sommer über die Bühne geht. Sportvorstand Max Eberl ist entgegen anderer Berichte nach wie vor außen vor. Auf entsprechende Nachfrage am Freitag auf der Abschluss-Pressekonferenz schüttelte Eberl nur süffisant den Kopf.
Aktuell sieht es ganz danach aus, als würde sich der 22-Jährige in der Tat bereits im Sommer den Bayern anschließen. Nicht umsonst scheint Simon Rolfes nicht mehr mit einem langfristigen Verbleib des Spielers zu rechnen: „Bei Flo gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, viele Klubs sind sehr an ihm interessiert. Aber eine Option ist auch, dass er bei uns bleibt“, sagte der Sportchef der Werkself und ergänzte: „Er hat noch zwei Jahre Vertrag, das heißt, dass wir nicht in den nächsten fünf Tagen eine Entscheidung erzwingen müssen“, erwiderte Rolfes: „Es gibt keinen exakten Terminplan.“
Neben dem FC Bayern waren auch Real Madrid und Manchester City interessiert. Doch schon vor Wochen signalisierte Hans Wirtz den Königlichen, dass der Schritt ins Ausland für seinen Sohn zu früh käme – zumal sich Real einen Transfer des Ausnahmespielers wohl nicht hätte leisten können. Sein Marktwert liegt aktuell bei 140 Millionen Euro, ein Transfer in diesem Sommer würde die Münchner wohl eine ähnliche Summe kosten, nächsten Sommer würde der Betrag deutlich sinken.
„Es reizt mich auf jeden Fall, auch irgendwann meine Komfortzone zu verlassen“, sagte er neulich bei „Sports Illustrated und betonte, dass er „großen Respekt“ vor Mitspielern habe, die „ihre Familie und ihr Umfeld für ihre Karriere hinter sich lassen“. Vielleicht geht es Wirtz bald ähnlich.
M. BONKE, P. KESSLER