„Wie Basketball am Strand“

von Redaktion

Schwache Bayern-Baskets retten Platz eins

Weit weg von der Playoffform: Die Bayern rätselten am Ende über sich selbst. © IMAGO

München – Zwei Sekunden vor Schluss segelte der Ball noch ein letztes Mal in Richtung Münchner Korb. Doch Vladimir Lucic riss die Kugel an sich. Und besiegelte damit, was an diesem Tag eigentlich längst abgehakt schien. 73:72 (33:51) entschieden die Basketballer des FC Bayern das Hauptrundenfinale gegen bemitleidenswerte Ludwigsburger für sich, die bis neun Sekunden vor Schluss in Führung gelegen waren.

Doppelt bitter für die mutigen Gäste – sie kippten sogar noch aus dem Rennen um die Play-Ins. Die Bayern dagegen können sich am Dienstag die Play-In-Duelle zwischen Alba Berlin und dem Mitteldeutschen BC sowie Oldenburg und Rostock anschauen. Der Verlierer des ersten spielt dann am Donnerstag mit dem Sieger des zweiten den Viertelfinalgegner der Münchner aus.

Doch von Entspannung oder gar Feierstimmung waren die Münchner weit weg. Zu beunruhigend fand auch Trainer Gordon Herbert das Formloch, in das sich die Münchner seit dem Aus in der Euroleague versenkt haben. „Ich habe nur eine wettbewerbsfähige Mannschaft gesehen“, sagte der Coach, „hoffentlich war das ein Warnschuss für uns. Das ist wie Basketball am Strand.“

Kapitän Vladimir Lucic und Kollegen wirkten über weite Strecken der Partie träge und unkonzentriert. Kein mia san mia, kein erkennbarer Wille vor dem Saison-Showdown noch einmal die Muskeln spielen zu lassen. Im Gegenteil: Die Bayern schauten zu, wie sich die, eigentlich schwächste Offensive der Playoff-Aspiranten, munter durch das vorläufig letzte Spiel im BMW Park kombinierte.

Schnell lagen die Bayern, die am Vortag noch beim Autosponsor ihre neuen fahrbaren Untersätze abgeholt hatten, zweistellig hinten. Zu Beginn des zweiten Abschnitts sogar einmal 20 Punkte (40:60). Herbert und seine Assistenten nahmen mit entsprechend betretenen Mienen auf der Bank Platz.

Immerhin: Die Münchner zeigten in dieser Saison oft die Qualität, im Schlussspurt zulegen zu können. Und sie zeigten sie auch diesmal. Hinten packte man – endlich – entschlossener zu. Vorne startete man einen Dreierregen. Die beiden letzten brachte Giffey an und das sollten die entscheidenden sein. Für einen mehr als glücklichen, aber umso wertvolleren Sieg.
RP

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