Von der großen Hoffnung war nach sechs Monaten nichts mehr übrig: Djokovic und Murray. © IMAGO
Hamburg – Novak Djokovic hatte sich Großes erhofft. „Sein IQ im Allgemeinen und sein Tennis-IQ sind sehr hoch“, sagte der Grand-Slam-Rekordsieger zu Beginn der Saison über seinen neuen Coach Andy Murray, der ihm den entscheidenden Input zum ersehnten 25. Majortriumph liefern sollte. Dazu kam es nicht. Nach nur einem halben Jahr (genau genommen 171 Tagen) und vier gemeinsamen Turnieren ist die Zusammenarbeit des Serben mit seinem einstigen Widersacher schon wieder beendet. Ganz freundschaftlich. Aber eben auch ohne große gemeinsame Momente.
„Vielen Dank, Coach Andy, für all die harte Arbeit, den Spaß und die Unterstützung in den letzten sechs Monaten auf und neben dem Platz“, schrieb die Nummer sechs der Weltrangliste bei Instagram. Djokovic, bald 38 Jahre alt und nicht mehr in der Form seiner besten Jahre, geht die Vorbereitung auf die French Open in Paris (ab 25. Mai) voraussichtlich in Begleitung seines jüngeren Bruders Marko an.
Der Serbe erlebt – für seine hohen Standards – eine frustrierende Saison noch ohne Titel. Sein ganz großes Ziel ist es, dies bei einem der verbliebenen Grand-Slam-Highlights in Roland Garros, Wimbledon oder New York zu ändern und damit die Australierin Margaret Court hinter sich zu lassen, die ebenfalls auf 24 Titel bei den weltweit bedeutendsten Tennisturnieren kommt. Dass er der neuen Generation an Ausnahmekönnern um Jannik Sinner und Carlos Alcaraz nochmal gefährlich werden kann, ist nach den Eindrücken der vergangenen Monate aber höchst fraglich. Immer wieder scheiterte die ehemalige Nummer Eins an seinen Auftakthürden – auch bei den Sandplatz-Masters in Monte Carlo und Madrid. Den Start in Rom, wo sich die Elite für Paris einspielt, sagte er daraufhin ab.
Stattdessen tritt er in der kommenden Woche zu seiner Generalprobe für den Höhepunkt der Sandplatzsaison mit einer Wildcard in Genf an. Ohne Murray, der sich ebenfalls zu Wort meldete. „Vielen Dank an Novak für die unglaubliche Gelegenheit zur Zusammenarbeit und an sein Team für die harte Arbeit in den letzten sechs Monaten“, schrieb der Schotte, der 2024 seine Karriere beendet hatte: „Ich wünsche Novak alles Gute.“
Ende November hatten die beiden Tennis-Promis ihre Partnerschaft bekannt gegeben. Djokovic hatte sich im März 2024 von seinem langjährigen Erfolgscoach, dem ehemaligen Wimbledonsieger Goran Ivanisevic, getrennt und war seitdem ohne Trainer. Murray, welcher während seiner Laufbahn zweimal in Wimbeldon triumphierte, hatte im Sommer nach den Olympischen Spielen in Paris seine Karriere als Spieler beendet.
SID