Ganz behutsam: Harry Kane mit der Schale. © FC Bayern
Jubel nach dem Double: Bianca Rech. © IMAGO
Legendär: Die Feier auf dem Rathausbalkon. © Imago
Sieger-Grinsen: Harry Kane mit Sarah Zadrazil (mitte) und Carolin Simon. © FC Bayern
Doppelte Meistergaudi auf dem Rathausbalkon. Am Sonntag feiern die Frauen- und Männermannschaft des FC Bayern gemeinsam. Bianca Rech, Direktorin der Bayern-Frauen, spricht vorab mit unserer Zeitung über Erfolge, Feierbiester und Emotionen.
Frau Rech, im vergangenen Jahr standen die FC Bayern Frauen als Meisterinnen alleine auf dem Balkon und haben 2500 Fans begeistert, heuer werden mehr als 10 000 erwartet und man „teilt“ sich die Bühne mit den Herren. Was hat für Sie mehr Reiz?
Vergangenes Jahr hat der Balkon ausnahmsweise ganz uns gehört, aber schöner ist es natürlich, als Verein gemeinsam zu feiern, wir gehören ja zusammen: Männer, Frauen – ein FC Bayern, vereint im Erfolg. Und wenn sich tausende Menschen versammeln, um mit uns zu feiern, ist das einfach nur Gänsehaut. Die Bilder der Spielerinnen und Spieler in Tracht gehen um die Welt, es ist cool, dass diese Tradition 2025 wieder auflebt.
Sind die Frauen heuer der „Main Act“ – immerhin haben sie einen Pokal mehr zu zeigen?
Wir feiern zusammen. Aber natürlich freuen wir uns sehr über unsere erste dritte Meisterschaft in Serie und das erste Double in der Geschichte der FC Bayern-Frauen. Vizepräsident Walter Mennekes hat das auf unserer Pokalfeier in Köln in seiner Rede schön gesagt: „Erfolg ist beim FC Bayern nicht mehr allein reine Männersache.“ (lächelt)
Was passiert in dem Moment, in dem man von oben in die Menge schaut? Lässt man da die ganze Saison noch einmal im Film vorbeifahren?
Da läuft noch mal ein Film ab, ja: Es wird einem bewusst, warum man hier oben steht, warum sich die Fans so freuen. Ich finde das schon bedeutsam, dass so viele Menschen zum Marienplatz kommen. Man empfindet dann Dankbarkeit: für die ganze Saison, für den Moment, für diesen tollen Zuspruch der Fans, für die Emotionen. Ich hoffe sehr, dass wir viele der Fans dann auch am 6. September in der Allianz Arena sehen, wenn wir dort erstmals die Frauen-Bundesliga eröffnen dürfen.
Dann lassen wir den Film doch mal ablaufen: Der Supercup war ein erster Fingerzeig – waren die Weichen schon da auf Titel gestellt? Was war Ihr persönlicher Meistermoment?
Den Supercup zu gewinnen, war gleich ein Statement – vor allem mit Blick auf das DFB-Pokalfinale, das wir wenige Wochen zuvor verloren hatten. Aber klar ist auch: Meisterschaften gewinnt man nicht im August. Wir wussten, das ist nur der Auftakt. Mein Meistermoment war vielleicht der Schlusspfiff am drittletzten Spieltag nach dem 3:0 gegen den hartnäckigen Verfolger Frankfurt: Ab da lag alles in unserer Hand, und wir haben es dann mit dem 3:1 gegen Freiburg vor unseren Fans zuhause am FC Bayern Campus gepackt.
Wie lange darf man sich nach einem Double Durchschnaufen und Feiern erlauben? Geht Ihr Blick schon wieder nach vorne – auf eine Ära der FC Bayern Frauen? Womöglich auch auf ein Triple in den kommenden Jahren?
Natürlich darf und soll und muss man feiern – das haben sich die Spielerinnen verdient, genauso der Trainerstab und alle, die eine ganze Saison jeden Tag alles geben. Aber mit Blick aufs große Ganze: Wir wollen ja nicht nur Momente, wir wollen Konstanz. In den vergangenen fünf Jahren sind wir vier Mal Meister geworden, jetzt gab es noch das historische Double. Ära ist ein großes Wort, und für ein Triple muss alles passen. Dennoch können wir so selbstbewusst sein und sagen: Die Richtung stimmt, und wir werden den Weg nicht verlassen.
Und drei Dinge müssen Sie uns noch verraten: Wer ist das Feierbiest im Frauen-Team? Wer ist der Entertainer wie Thomas Müller? Und werden Sie flankiert von Max Eberl und Christoph Freund einlaufen?!?
(schmunzelt) Feiern können bei uns alle. Georgia Stanway hat auf dem Balkon schon eine beeindruckende Gesangseinlage hingelegt – schauen wir mal, was am Sonntag passiert! Für mich ist es nicht wichtig, mit wem man auf den Balkon rausgeht, und ehrlich gesagt ist das bei mir persönlich auch Nebensache: Dieser Moment gehört den Spielerinnen und Spielern – und den Fans.
INTERVIEW: HANNA RAIF