Alcaraz crasht die italienische Party

von Redaktion

Sinner muss in Rom kapitulieren

Hoffnung der Tifosi: Lokalmatador Jannik Sinner gratulierte dem Spanier fair nach dem Finale. © Tarantino/dpa

Rom-Champion Carlos Alcaraz mit Trophäe. © Fabi/AFP

Rund 10 000 Zuschauer passen ins Stadio Centrale del Tennis in Rom. © Monteforte/AFP

Rom – Titelverteidiger Alexander Zverev war auf der Suche nach seiner Form längst in Hamburg angekommen (und erreichte nach dem Sieg gegen den Qualifikanten Aleksandar Kovacevic das Achtelfinale), als sich Carlos Alcaraz zum neuen „Kaiser von Rom“ krönte. Und während die deutsche Nummer eins bei den am Sonntag beginnenden French Open kaum zu den Sieganwärtern zählt, reist der Spanier nach seinem Triumph beim Masters im Foro Italico geradewegs als großer Favorit nach Paris, wo er im Vorjahr im Finale Zverev in fünf Sätzen bezwang.

Mögliche Zweifel an seiner Form wischte Alcaraz mit einer Machtdemonstration zur Seite. Das Endspiel von Rom gegen Jannik Sinner war nur im ersten Satz ein Duell auf Augenhöhe, nach 1:43 Stunden und einer nahezu fehlerfreien Leistung hatte der 22-Jährige 7:6 (7:5), 6:1 gegen die Nummer eins der Weltrangliste gewonnen. Ein „monumentaler Sieg“, urteilte die Marca aus Spanien, „Alcaraz ist Roms neuer Kaiser“, titelte der Corriere dello Sport. Für Alcaraz war es der dritte Turniersieg des Jahres, gegen Sinner hat er jetzt vier Duelle nacheinander gewonnen. Und dennoch betonte er: Das Niveau, auf dem Sinner in Rom nach drei Monaten ohne Match gespielt habe, sei „einfach verrückt“, ja, es sei sogar „unglaublich“. Gegen Alcaraz reichte es aber nicht, zumindest diesmal: „Sinner muss vor der Makellosigkeit des Spaniers kapitulieren“, urteilte La Repubblica. Für den Südtiroler war es nach 26 Siegen in Serie die erste Niederlage.

Sinner war dennoch zufrieden mit seiner Rückkehr von der lediglich dreimonatigen und deshalb nach wie vor sehr umstrittenen Dopingsperre. Sein Abschneiden im Rom gebe ihm „hoffentlich das Selbstvertrauen, dass ich in Paris gutes Tennis spiele“, sagte er nach dem Endspiel. Klar, es sei schon auffällig gewesen, „dass es ein paar Dinge gibt, die ich verbessern kann, aber ich bin schon viel weiter, als ich gedacht habe“. Alcaraz ahnt derweil: Sinner „wird in Paris ein richtig gefährlicher Spieler“ sein.

Topfavorit bleibt freilich Carlos Alcaraz, seit Montag wieder die Nummer zwei der Welt – vor Alexander Zverev.
SID

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