Felix Klaus kehrte in der Winterpause zurück nach Fürth – gegen Hamburg traf er erstmals, dafür aber gleich dreimal. © Karmann/dpa
Fürth – Es ist kurz vor 18 Uhr am Sonntagabend, die Partie ist eine knappe halbe Stunde vorbei und man kann förmlich hören und sehen, wie Felix Klaus eine ganze Ladung Steine vom Herzen fällt. Mit einem Dreierpack hat der Stürmer, der erst im Januar zu Greuther Fürth gekommen war, nicht nur dem Aufsteiger Hamburger SV die Meisterschaft in der zweiten Bundesliga verhagelt, sondern vor allem seinem Kleeblatt den Verbleib in der Liga gesichert. Vor dem Spiel drohte noch die Relegation – doch nach der Partie, die 3:2 endete, musste davon nicht mehr die Rede sein. „Wir haben es geschafft“, sagt Klaus, der ja Erfahrung mit dem Thema Abstieg hat. „Die letzten Tage waren ein Albtraum, was den Druck angeht. Ich bin erleichtert, dass alles so ausgegangen ist.“
Danach hatte es vor dem Spiel nicht unbedingt ausgesehen: Kein Sieg aus den letzten fünf Partien, die Mannschaft in einem dramatisch schlechten Zustand, als Konsequenz die Trennung von Trainer Jan Siewert Anfang Mai, dann der Versuch eines Neubeginns mit Thomas Kleine als Coach. Der Wechsel hat sich ausgezahlt. Es sei ein Ruck durchs Team gegangen, so sagt es Klaus, der betont, wie gut die Stimmung zwischen Mannschaft und neuem Trainer sei.
Der 32-Jährige hatte die Mannschaft in der 41. Minute am Sonntag in Führung gebracht. Kurz nach der Pause konnte der HSV ausgleichen (Dompé mit einem herrlichen Freistoß in der 50. Minute), dann Elfmeter für Fürth nach einem Foul von Mikelbrencis. Es war wieder Felix Klaus, der sicher und souverän in der 57. Minute zum 2:1 verwandelte und schließlich mit dem 3:1 in der 64. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Robert Glatzel machte es dann doch noch mal spannend: Er traf per Elfmeter zum 3:2, was dann auch der Endstand war, weil der Videoassistent den Hamburger Ausgleich kurz vor Spielende wieder einkassierte – zum Entsetzen der wie immer lautstarken mitgereisten Fans aus Hamburg.
Wie geht es nun weiter mit Greuther Fürth und Thomas Kleine, der ja schon viele Jahre bei den Franken verbracht hat – sowohl als Spieler als auch als (Co)-Trainer? Eine eindeutige Antwort gibt der 47-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht. Aber er schwärmt in höchsten Tönen von der Mannschaft, die „sehr, sehr gut“ gespielt und gegen den HSV verdient gewonnen habe. Er erklärt, wie wohl er sich im Verein fühle, wie groß der Spaß an der auch harten Arbeit in den vergangenen Wochen gewesen sei. Nach Abschied klang das nicht.
STEFANIE THYSSEN