Wie alles begann: Der kleine Thomas in Kinderbett.
Beliebtes Motiv: Müller bei seiner Verlängerung.
Selfie am Balkon: Müllers Perspektive. © Insta
Kam gut an: Müller mit seinem Abschiedsgeschenk – ein Kollage mit bekannten „Mini-Müllers“. © fcb
München – Die Abschiedstournee von Thomas Müller war lang, ohne Frage. Aber zu Ende ist sie auch jetzt – obwohl das große Abschiedsgeschenk überreicht ist und diverse Kaltgetränke geleert sind – noch nicht. Am 13. Juli, also in 44 Tagen, wird bekanntlich eine von 32 Mannschaften die Trophäe der FIFA Club-WM in den New Yorker Nachthimmel recken. Und wie Bayern-Trainer Vincent Kompany verriet, ist es Müllers „einziger Wunsch, dass wir gewinnen“. Wie passend, dass der scheidende Star dem Verein damit aus der Seele spricht. Ein Mini-Urlaub, dann geht es mit Vollgas weiter an der Säbener Straße. Denn nicht nur Müller möchte „in die Geschichtsbücher eingehen“ (Herbert Hainer).
Für den 35-Jährigen wird es die letzte Amtshandlung, für den Verein ist das Turnier in den USA eine willkommene Gelegenheit, Prestige zu gewinnen und den Kontostand signifikant zu erhöhen. Daher wird der Urlaub, in den Kompany seine Jungs direkt vom Meisterbalkon aus schickte, auch nicht allzu lange ausfallen. Der Coach selbst will „ein bisschen genießen. Die Wochen gehören der Familie“, sagte er am Sonntag. Nur ist seine Auszeit auch deutlich länger als die einiger Nationalspieler. Am 5. Juni, also in gut zwei Wochen, versammelt der 39-Jährige seine „kleine Gruppe“ wieder an der Säbener Straße, am 10. Juni dann hebt der Mannschaftsflieger in Richtung Orlando ab. Am 25., 21. und 24. Juni stehen die drei Vorrundenspiele gegen Auckland City, die Boca Juniors und Benfica Lissabon an.
Bis dahin haben die DFB-Kicker schon wieder einige Minuten in den Beinen. Bereits diesen Donnerstag wird Julian Nagelsmann seinen Kader für das Nations-League-Finale nominieren, das von 4. bis 8. Juni in Stuttgart und München ausgetragen wird. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt bis zum Treffpunkt nicht. Ohnehin hatte Vierfach-Vater Joshua Kimmich aber mit Blick auf die kommenden Tage schon gesagt: „Eigentlich ist die Urlaubszeit für uns die stressigste Zeit, weil da nehmen wir die Kinder aus dem Kindergarten und müssen die 24 Stunden betreuen. Dementsprechend schauen wir mal, ob man zu Erholung kommt in den zehn Tagen.“ Natürlich mit einem Augenzwinkern.
Immerhin durften sich Kimmich und Co. in den vergangenen Tagen nochmal selbst wie ein Kind fühlen. Denn für die Kollage, die Müller zum Abschied bekam, schlüpften alle Teamkollegen in die Rolle des „kleinen“ Thomas. Nachgestellt wurde das bekannte Bild, das Müller als Buben in voller Montur in seinem Bett zeigt. Schon zur letzten Vertragsverlängerung des Urgesteins das Motiv der Wahl.
Das Bild wird einen Ehrenplatz im Hause Müller finden – aber ob es auch mit über den großen Teich fliegen würde? Dorthin lockt Marco Reus seinen früheren DFB-Kollegen. „Thomas ist ein großartiger Typ mit einem tollen Charakter“, sagte der Ex-Dortmunder, der für Meister LA Galaxy spielt, „natürlich würde ich ihn gerne in der Liga sehen.“ Bei der Club-WM kann Müller sich schon mal umsehen.
HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER