Verlaats Vorsätze

von Redaktion

Vollgas statt „La Paloma“: Der Löwen-Kapitän freut sich auf zwei neue Mentalitätsmonster

Her mit den neuen Leadern: Verlaat freut sich auf Volland und Niederlechner. © Sampics

München – Der berühmteste Lockenkopf Giesings – er hätte den Löwen und speziell Spezl Marco Hiller einen siegreichen Saisonabschluss bescheren können. Nach einer Flanke von David Philipp kam Jesper Verlaat frei zum Kopfball, es hätte sein zweites Saisontor werden können, doch der Ball strich einen halben Meter am Pfosten vorbei (76.). Schade für den Kapitän, denn kaum einer hätte es mehr verdient gehabt als Verlaat, der selbst gegen Ende der Saison noch voranging – als viele seiner Kollegen schon gedanklich am Strand lagen.

Natürlich war es dann auch Verlaat, der diese durchwachsene Saison (Platz elf, negatives Torverhältnis, 61 Gegentreffer) nicht einfach so abhaken konnte und wollte. Während Hiller auf dem Zaun gefeiert wurde, im Pschorr bereits für das Abschlussessen eingedeckt wurde, während der Ferienflieger nach Mallorca schon gebucht war, stellte sich der Kapitän hin und blickte im Gespräch mit der Presse zurück, aber auch nach vorne. Verlaats Kernaussage: „Wir haben es in den letzten drei Jahren nie wirklich geschafft, Konstanz reinzubringen. Wir hatten immer Achterbahnfahrten von den Gefühlen her. Vier Heimsiege in Folge, dann wieder zwei Niederlagen in Folge. Das macht natürlich was mit einem. Das nimmt einen emotional mit. Ich glaube, als Fazit müssen wir uns vornehmen, dass wir in der Zukunft einfach mehr Konstanz in unsere Leistungen bringen.“

Auch vor diesem Hintergrund ist Verlaat froh, dass die Löwen in der neuen Saison Zuwachs in puncto Mentalitätsmonster bekommen. Sicher, Marco Hiller ist dann weg, was der Kapitän zutiefst bedauert („Da geht 1860 ein großer Charakter verloren“). Nicht nur Verlaat freut sich aber darauf, dass die Sportliche Leitung in Gestalt von Kevin Volland (32, Union) und Florian Niederlechner (34, Hertha) zwei potenzielle Führungsspieler an Land ziehen konnte, beide ausgestattet mit reichlich Erfahrung in den besseren Ligen. „Das sind Transfers, die du nicht unter den Teppich kehren kannst, die für Schlagzeilen in ganz Deutschland gesorgt haben. Ich glaube, jeder kann von den beiden viel lernen, persönlich, fußballerisch und auch von der Einstellung her. Ich hoffe, dass wir sie gut einbinden, denn dann werden alle von ihre Erfahrung und Expertise profitieren. Ich freue mich extrem auf die Zusammenarbeit, muss ich ganz ehrlich sagen.“

Verlaats Erwartung an die neue Saison ist, dass die beiden Sturmpromis ihren Siegeswillen auf das neue Team übertragen werden. „Das sind natürlich schon Kracher“, schwärmt er: „Die Jungs haben Bock, die sind heiß, was man bei ihren Pressekonferenzen mitbekommen hat. Die kommen sicher nicht, um hier einen auf La Paloma zu machen, sondern um noch mal richtig Gas zu geben.“

Angreifen und Vollgas geben – da ist Verlaat (28) natürlich gerne dabei. Nach drei Spielzeiten im Mittelmaß hofft auch der Löwenleader darauf, mit 1860 noch mal so richtig durchzustarten. Im Klaren ist er sich aber darüber, dass die 3. Liga auch mit Volland & Niederlechner „kein Spaziergang“ wird, im Gegenteil: „Kevin hat das, glaube ich, ganz gut gesagt: Man muss die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und nicht einfach sagen: Hier, macht mal! Ich glaube, das würde auch nicht funktionieren.“
ULI KELLNER

Artikel 1 von 11