Unvergessen: Elvis Presley trug den Anzug wirklich – und zwar mit Stolz.
Gelungener Auftritt: Nagelsmann rockt im goldenen Anzug – wie einst Elvis. © 11 Freunde/Montage
München – Passend zum anstehenden Final-Four der Nations League präsentiert das Fußballmagazin „11 Freunde“ Bundestrainer Julian Nagelsmann im goldenen Elvis-Anzug. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Fotomontage, Nagelsmann ist nicht etwa für ein Fotoshooting in den schrillen Zweiteiler geschlüpft, aber die Optik passte zum gestrigen Tage. Am Donnerstag stellte er sein Aufgebot für das Mini-Turnier in Deutschland vor – und es stellt sich die Frage: Beweist der Bundestrainer bei seiner Kaderwahl erneut ein goldenes Händchen?
Die größte Überraschung ist zweifelsohne die Nominierung von Bald-Bayer Tom Bischof. Mit gerade einmal 19 Jahren stieg er in der vergangenen Saison bei der TSG Hoffenheim zum unumstrittenen Stammspieler und Leistungsträger auf. Ursprünglich war angedacht, dass sich der Mittelfeldspieler von Anfang an mit dem FC Bayern auf die anstehende Club-WM vorbereitet. Diese Pläne hat die A-Nationalmannschaft nun durchkreuzt.
„Tom hat in einer schweren Situation in Hoffenheim eine sehr gute, stabile Saison gespielt – und das in sehr jungen Jahren“, begründete der Nationalcoach seine Wahl und verriet: „Er ist von seinem neuen Club nicht für die U 21 freigegeben worden, sondern sollte die Club-WM spielen.“ Es wäre laut Nagelsmann der normale Gang der Dinge gewesen, dass Bischof die U 21-Europameisterschaft gespielt hätte: „Aber dadurch, dass wir einen Kaderplatz zur Verfügung haben und ihn auch als sehr guten Perspektivspieler für die A-Nationalmannschaft sehen, können wir ihn hier testen. Er hat jetzt einen Schritt übersprungen, weiß das aber einzuordnen.“
Woltemades doppelte Mission
Neben Bischof wurde auch der Stuttgart-Angreifer Nick Woltemade (23) nominiert. Nach dem Mini-Turnier wird er jedoch zur U 21 stoßen und die EM in der Slowakei spielen. Der VfB-Stürmer profitiert ebenfalls von den verletzungsbedingten Ausfällen (Jamal Musiala, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Kai Havertz) und 26 statt 23 Kaderplätzen. Dafür kehrt in Marc-André ter Stegen die nominelle Nummer eins wieder zwischen die DFB-Pfosten zurück. „Natürlich hat er jetzt noch nicht so viele Spiele“, sagte Nagelsmann, „aber wir hatten einen sehr guten und intensiven Austausch, um die Situation gut zu bewerten. Ich habe da volles Vertrauen, er ist top im Training.“
Finale im Visier
Personalprobleme hin oder her – der Bundestrainer macht keinen Hehl daraus, dass er das Finale in München am 8. Juni in der Allianz Arena im Visier hat, doch erst einmal muss Halbfinal-Gegner Portugal aus dem Weg geräumt werden: „Wir dürfen keinen Meter weniger gehen als in den Top-Momenten im Viertelfinale gegen Italien, weil ich die Portugiesen als sehr starke Mannschaft ansehe. Wir werden alles reinwerfen, um den Finaleinzug zu realisieren.“
Dass die Trophäe silber glänzt – und nicht so golden wie Nagelsmann: Egal! Sie würde auf jeden Fall gerne genommen.
MANUEL BONKE,
PHILIPP KESSLER