„Harry, wir haben den Pokal geholt!“

von Redaktion

Grüße an Ex-Kapitän Kane – Tottenham Hotspur bejubelt den ersten Titel seit 17 Jahren

„Der glücklichste Mensch der Welt“: Kapitän Son. © IMAGO

Endlich was zu feiern: Das Team von Tottenham Hotspur beendet das Ende einer 17-jährigen Titel-Durststrecke. © IMAGO

Bilbao/Frankfurt – Ob das Bild des mit der Meisterschale jubelnden Harry Kane den letzten Motivationsschub gegeben hatte? Heung-min Son jedenfalls schickte im Moment des Triumphes einen Gruß an den ehemaligen Mitspieler, erfüllt von Glückseligkeit sagte er ins RTL-Mikrofon: „Harry, wir haben auch den Pokal gewonnen.“ Ganz nach dem Motto: Wenn du das kannst, schaffen wir das auch.

17 Jahre hatte Tottenham Hotspur auf einen Titel warten müssen – mit dem Gewinn der Europa League im englischen Finale von Bilbao gegen Manchester United fand das Trauma dank des Treffers von Brennan Johnson (42.) sein Ende. „Ich bin wahrscheinlich der glücklichste Mensch der Welt“, sagte der ergriffene Kapitän Son. Und Kane, der über ein Jahrzehnt mit seiner Jugendliebe Tottenham vergeblich einer Trophäe nachgejagt war und nun beim FC Bayern erlöst wurde, schrieb samt weißem Herz auf Insta: „Gratulation, Spurs!“

Zur Wahrheit aber gehört auch: Eine Alternative zum Sieg hatten die Nordlondoner nicht. In der Premier League steht die Mannschaft von Trainer Ange Postecoglou auf einem inakzeptablen 17. Rang, es wäre die schlechteste Endplatzierung in der höchsten englischen Spielklasse seit dem Aufstieg 1978. Nun spielen die Spurs in der kommenden Saison dank des ersten Europacuptriumphs seit 1984 dennoch in der Champions League.

Das Drohszenario des Total-Desasters wurde in der Nacht von Bilbao stattdessen für Manchester United zur schmerzhaften Realität. Auch die „Red Devils“ hätten eine bitterböse Spielzeit (derzeit Platz 16 in der Premier League) zu einem versöhnlichen Ende führen können. Nach dem Fiasko aber blieb einzig der Spott der Presse, Teammanager Ruben Amorim äußerte Rücktrittgedanken.

Während die Daily Mail United als „eine Schande für sich selbst und den englischen Fußball“ bezeichnete und der Independent in den roten Trikots nichts anderes als „unfähige Spieler“ erkannte, sagte Amorim: „Wenn Vorstand und Fans der Meinung sind, dass ich nicht der Richtige bin, werde ich am nächsten Tag gehen, ohne über eine Entschädigung zu sprechen.“

Er werde nicht kündigen, er sei von seinem Job überzeugt, betonte der 40-Jährige gleichwohl. Doch klar ist: Um überhaupt wieder in die Nähe eines Pokals zu gelangen, muss sich vieles ändern beim englischen Rekordmeister. Auch wenn das, wie Kontrahent Tottenham bewies, manchmal ganz schnell gehen kann.
SID

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