„Die Reise war extrem geil“

von Redaktion

Die Krönung bleibt aus – doch der Bielefelder Stolz bleibt

Helden ohne Titel – sahen die Fans genauso. © Gollnow/DPA

Trauriger Blick von Bielefelds Kniat Richtung Pokal. © Imago

Berlin – Enttäuscht aber auch voller Stolz beschrieb Bielefelds Trainer Mitch Kniat die Gänsehaut-Momente am Ende einer unvergesslichen Pokalreise. Das 2:4 im Finale gegen den VfB Stuttgart beendete zwar den Titel-Traum. Den Stolz nahm es den Arminen nicht. Geprägt von Trauer und Anerkennung feierten die Bielefelder Anhänger Kniat und seine Spieler vor der von roten Fackeln erleuchteten Kurve im Berliner Olympiastadion minutenlang.

„Die Fans haben nochmal gesagt, wie stolz sie auf uns sind. Die Reise war extrem geil – das waren ihre Worte“, schilderte Kniat. „Diese Medaille tragen wir auch mit Stolz. Die ist zwar nur für den zweiten Gewinner. Aber wir wissen, dass es nicht alltäglich ist, dass ein Drittligist ins Finale kommt.“

Kniat wäre aber nicht Kniat, wenn er aus den Erlebnissen von Berlin nicht schon wieder Energie für die Zukunft ziehen würde. „Das ist wieder Ansporn dafür, nächstes Jahr nochmal zu investieren, dass man diesen Moment nochmal erlebt – dann halt mit anderem Ergebnis, dass wir diesen Pokal dann auch mit nach Bielefeld nehmen“, sagte er.

Der 39-Jährige ergänzte: „Auch in der Niederlage muss man nach vorn blicken. Man braucht auch wieder Ziele. Das, was wir hier erlebt haben, ist auf jeden Fall Ansporn genug, um jeden Tag früh aufzustehen.“

Geschätzt rund 100 000 Bielefelder waren für das Endspiel in die Hauptstadt gepilgert. Was sie dort und in diesem Jahr mit der Arminia erlebt haben, werden viele von ihnen wohl noch ihren Enkeln erzählen.

„Was die Fans, was ganz Bielefeld hier in Berlin abgerissen hat, war wirklich einmalig“, sagte Kniat. Stürmer Julian Kania sah das ähnlich. „Das war einzigartig. Halb Bielefeld war im Stadion“, sagte der 23-Jährige, der zuvor Historisches geschafft hatte. Sein später Anschlusstreffer zum 1:4, dem sogar noch das 2:4 per Eigentor folgte, war das erste Tor eines Drittligisten in einem DFB-Pokalfinale.

100 000 Bielefelder feiern in Berlin

Dass die Arminen sich auch beim Zwischenstand von 0:4 nicht hängen ließen, beeindruckte auch Michael Mutzel. „Das war in diesem Jahr vom ersten Tag an der Schlüssel zum Erfolg: Dass die Mannschaft unheimliche Energie hatte, unheimlich fleißig war, nie aufgegeben hat, immer mehr gemacht hat als der Gegner“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Wenn wir das beibehalten, wird unser Weg auch weiter nach oben gehen.“

Mit seiner Kaderplanung und der Verpflichtung von Kniat, an dem er auch in schwierigen Zeiten festhielt, hat der 45-Jährige großen Anteil an der jüngsten Bielefelder Erfolgsgeschichte. Die Arminia schaffte es nicht nur als erst vierter Drittligist ins Pokalendspiel. Sie stieg auch als Drittliga-Meister in die 2. Bundesliga auf. Allein an DFB-Prämien verdiente die Arminia 9,4 Millionen Euro.

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