Florian Wirtz wirbelt bald für Liverpool. © IMAGO
Rafael Leao wird den AC Mailand verlassen. © Imago
Eberechi Eze spielt bei Crystal Palace. © Imago
München – Es passte irgendwie ins Bild, dass Präsident Herbert Hainer als erster Verantwortlicher den geplatzten Transfer von Florian Wirtz zum FC Bayern bestätigte – und zwar bei einem Fanfest im Bayern-Park: „Max Eberl hat mich informiert, dass Florian Wirtz wohl zu Liverpool tendiert. Wie das dann mit Leverkusen weitergeht, kann ich nicht sagen.“ Das Ende einer wilden Achterbahnfahrt.
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als würde sich der 22-Jährige den Münchnern bereits diesen Sommer anschließen. Vor allem Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der im regelmäßigen und guten Austausch mit Vater und Berater Hans Wirtz stand, schien zuversichtlich. Immerhin hatte Wirtz senior bereits im Frühjahr Real Madrid abgesagt, weil er Bedenken hatte, dass der Schritt ins Ausland für seinen Sohn zu früh käme. Dementsprechend groß war der Optimismus an der Säbener Straße, eine innerdeutsche Transfersensation zu schaffen.
Klare Vision bei Liverpool
Erst als vor knapp zwei Wochen durchsickerte, dass der Nationalspieler und seine Eltern per Privatjet nach England reisten und beim FC Liverpool vorstellig waren, wurde Hoeneß langsam skeptisch. Liverpool-Teammanager Arne Slot hatte seinem Wunschspieler eine klare sportliche Vision aufgezeigt: Wirtz soll als Spielgestalter mit Torgefahr im Zentrum Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Reds werden. Dahinter würde ihm das Duo Ryan Gravenberch und Alexis Mac Allister den Rücken frei halten.
„Wenn es Liverpool wird, wir wissen es ja noch nicht, ist es ein guter Schritt für ihn, weil er da auf seiner Position spielen kann“, kommentierte Bundestrainer Julian Nagelsmann die Entscheidung und ließ durchblicken, dass die Liverpool-Planungen mehr dem Geschmack seines DFB-Schützlings entsprochen hätten: „Ein paar Nachrichten haben wir ausgetauscht. Ich versuche schon, nach bestem Wissen und Gewissen Tipps zu geben.“ In München soll sich die sportliche Leitung um Cheftrainer Vincent Kompany dem Vernehmen nach uneins gewesen sein, wie man die Stärken von Wirtz neben Jamal Musiala am besten zur Geltung bringen kann.
Nun sind Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund gefordert, einen Plan B auszuarbeiten – sie werden den Markt nach der Wirtz-Absage aber eher nach einem klassischen Flügelspieler sondieren.
Beispielsweise Rafael Leao vom AC Mailand. Laut Berichten aus Italien wird der 25-jährige Linksaußen Milan verlassen. Zwar besitzt der Portugiese noch einen Vertrag bis 2028, allerdings haben die Mailänder das internationale Geschäft verpasst und sind daher auf Transfer-Einnahmen angewiesen. Der Marktwert von Leao liegt bei 75 Millionen Euro, die Ablösesumme wäre ähnlich hoch.
Ein andere Alternative wäre Eberechi Eze von Crystal Palace. Zwar ist der 26-Jährige eher im Offensivzentrum zu Hause, könnte aber auch auf den linken Flügel ausweichen. Die Bayern pflegen seit dem Wechsel von Michael Olise von Crystal nach München ein gutes Verhältnis zu den Londonern. Angeblich kann Eze den Club dank einer Ausstiegsklausel in Höhe von 70 Millionen Euro verlassen. Deutlich günstiger wäre der Japaner Kaoru Mitoma (28) von Brighton zu haben.
MANUEL BONKE