Dreesen hakt Wirtz-Deal ab

von Redaktion

Machtwort vom Bayern-Boss: Weiter geht‘s – mit breiter Brust

Auf dem Sprung nach Liverpool: Wirtz. © IMAGO

Der Blick geht in die Zukunft: CEO Dreesen. © IMAGO

München – Natürlich war all das, was in der vergangenen Woche passiert ist, nicht im Sinne des FC Bayern. Wenn ein Verein einen Spieler umgarnt, wenn seit Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um einen intern als Königstransfer ausgerufenen Deal über die Bühne zu bringen, wenn man sich auf dem Weg schon ziemlich sicher war, lässt man sich nicht gerne zurückweisen – erst recht nicht, wenn man der FC Bayern ist. Und trotzdem lautet das Motto an der Säbener Straße seit dem Wochenende: Abhaken, weitermachen! Auch ohne Florian Wirtz.

Stellvertretend für die Vorstandsriege spricht der CEO höchstpersönlich. Gegenüber unserer Zeitung unterstreicht Jan-Christian Dreesen, dass das Selbstvertrauen des Rekordmeisters unter dem gescheiterten Deal nicht gelitten hat. „Der FC Bayern ist einer der absoluten Top-Clubs in Europa und der Welt, unsere Strahlkraft unter den Fans, aber auch unter den Spielern ist enorm“, sagt der 57-Jährige. Trotzdem gehöre es „einfach dazu, dass nicht jeder bei uns landet“. Das gehe „anderen Top-Klubs genauso“ – und ändere nichts an der Tatsache, die „jeder weiß: Mit dem FC Bayern kann man jedes Jahr immer alles gewinnen, man ist in allen Wettbewerben dabei – die anstehende Club-WM ist dafür ein gutes Beispiel.“

Vom 14. Juni bis 13. Juli kämpft der Deutsche Meister in den USA mit 31 anderen Teams um den historischen Titel des erstmals ausgetragenen Mammut-Turniers. Aus Europa außerdem mit dabei: ManCity, Real Madrid, PSG, Chelsea, Inter Mailand, Juventus Turin, Atletico, Dortmund, Benfica Lissabon, Porto und Salzburg. Dreesen sagt: „Dort sind die besten europäischen Clubs am Start – inklusive des FC Bayern.“ Und wer unter den Teilnehmern fehlt, fällt auch schnell auf. Dreesens Worte – „schauen Sie mal, welche Vereine dort vertreten sind – und vor allem: welche nicht“ – darf man schon als kleine Spitze gegen den FC Liverpool verstehen, der das Rennen um Wirtz für sich entschieden hat. Auf seinen ersten Titel mit den „Reds“ muss Wirtz womöglich länger warten, als er es im Trikot des FC Bayern getan hätte.

Dreesen gibt sich dennoch ruhig. Und er weist den öffentlich entstandenen Eindruck, dass die Bayern die Zeichen der Wirtz-Seite womöglich als zu positiv eingestuft haben, zurück. „Es wurde viel mehr geschrieben als gesprochen wurde“, sagt er, ohne konkret zu werden. Das allerdings tut der Vorstandsvorsitzende bei seiner Aussage zum Selbstverständnis seines Vereins. Auf dem Transfermarkt hat er nach wie vor den Eindruck, den er wie folgt in Worte fasst: „Unsere Strahlkraft, sportlichen Ambitionen und ökonomische Power sind allen Spitzenspielern weltweit bewusst.“

Nun andere als Wirtz bis ins letzte Detail davon zu überzeugen, ist das Ziel für die kommenden Wochen. Auf dem Radar soll unter anderem Cody Gakpo sein, der Liverpool nach dem Wirtz-Deal womöglich verlassen könnte. Der 26 Jahre alte Flügelspieler soll laut „Sky“ Wunschspieler von Bayerns Sportvorstand Max Eberl sein. Als weitere Kandidaten werden der Japaner Kaoru Mitoma (Brighton & Hove Albion) und Portugals Rafael Leao (AC Mailand) gehandelt – den Lothar Matthäus favorisiert. „Er wäre eine gute Lösung, denn er kann auch Mittelstürmer spielen, was wichtig wäre“, schrieb der Rekordnationalspieler bei „Sky“.
H. RAIF, M. BONKE,

V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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