Damals in Stuttgart: Cucurellas Handspiel. © IMAGO
Stuttgart – Welcher deutsche Fußball-Fan erinnert sich nicht an jene umstrittene Szene vom 5. Juli 2024? Der Spanier Marc Cucurella wird im EM-Viertelfinale gegen Deutschland in der Verlängerung nach einem Schuss von Jamal Musiala an der Hand getroffen. Schiedsrichter Anthony Taylor lässt das Spiel jedoch weiterlaufen – Spanien gewinnt 2:1 und wird Europameister.
Doch der Zorn der DFB-Anhänger richtete sich nach der klaren Fehlentscheidung nicht gegen den Unparteiischen aus England, sondern gegen: Cucurella. Für den Verteidiger des FC Chelsea geriet der Rest der EURO zu einem Spießrutenlauf. Am Donnerstag (21 Uhr/ARD und DAZN) kehrt Cucurella beim Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich an den „Tatort“ in Stuttgart zurück – und erwartet einen frostigen Empfang.
„Ich glaube, man wird mich noch einmal auspfeifen“, sagte der Conference-League-Sieger. Doch darauf, fügte der Profi mit den markanten Locken gelassen an, „bin ich vorbereitet. Es war nur eine Anekdote.“ Ohnehin sei so etwas „Teil des Fußballs, ich habe nichts Böses gemacht“.
Hat er nicht, auch wenn er nach dem Skandal von Stuttgart selbst einräumte, dass ein Elfmeter gerechtfertigt gewesen wäre. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte dagegen direkt nach der Partie argumentiert, dass es Richtlinie gewesen sei, solche Handspiele nicht als strafbar zu werten. Erst später räumte der Verband einen Fehler ein.
Cucurella sind die Diskussionen egal. Er kehrt so oder so mit einem guten Gefühl zurück, wie der 26-Jährige vor der Abreise der Furia Roja nach Deutschland betont hatte: „Letztendlich sind die Erinnerungen alle schön. Wir haben ja den Titel geholt.“ Für das anstehende Halbfinale gegen Frankreich könne es sogar ein Vorteil sein, so Cucurella, „dass sich der Fokus auf mich richtet. Dies kann meinen Kameraden helfen und für sie befreiend wirken.“
Im Falle eines Erfolgs gegen den Vizeweltmeister könnte es im Nations-League-Finale zu einem brisanten Wiedersehen mit der deutschen Nationalmannschaft kommen – dann allerdings in München.
SID