Die Bayern schlagen zurück

von Redaktion

90:61 – Basketballer gewinnen zweites Halbfinale in Heidelberg

Der nächste Ausfall: Harris verletzte sich schwer. © IMAGO

Heidelberg – Sie wollten eine Antwort geben, und sie haben sie gegeben, die Basketballer des FC Bayern. 90:61 (37:34) setzten sich die Münchner im zweiten Halbfinale bei den Academics Heidelberg durch. 1:1 also in der Serie nach dem Modus best of five – am Samstag (20 Uhr) kann das Ensemble von Trainer Gordon Herbert die Weichen stellen in Richtung Finale. Gleiches Ergebnis, gänzlich andere Stimmungslage: Mitfavorit Ulm musste nach dem Zittersieg zum Auftakt nun eine 77:87-Niederlage in Würzburg hinnehmen.

Herbert dürfte es vorerst egal sein, er hatte ja eine unmissverständliche Forderung an seine Schützlinge. Die da lautete: besser verteidigen. Man kann es vorwegnehmen: Das klappte ganz gut. Spielmacher DJ Horne, am Sonntag in der Schlussphase der eine böse Geist für die Bayern, schlappte Mitte der ersten Halbzeit mit drei Fouls auf dem Konto auf die Bank. Michael Weathers, Geist Nummer zwei, startete gut, doch nach 12 schnellen Punkten war auch bei ihm erst einmal Schluss.

Alleine: Die Bayern versäumten es sogar noch, sich selbst in der Offensive einen – durchaus möglichen – noch etwas entspannteren Abend zu verschaffen. An der Dreierlinie, eigentlich eine Spezialität des Titelverteidigers? So lala, nicht einmal jeder dritte Wurf saß bis zur Pause. Und am Korb? Hatten die Münchner zwar das Glück, dass sich Devin Booker trotz seiner Knöchelverletzung aus dem ersten Halbfinale wieder einsatzfähig meldete. Doch nach wenigen Minuten kam eine andere Hiobsbotschaft. Elias Harris, erprobter Energie-Bringer auf der Center-Position, ging ohne gegnerische Einwirkung zu Boden. Der erste Verdacht, Riss der Oberschenkelsehne, riecht schwer nach Saisonaus.

Aber die konzentriert auftretenden Bayern groovten sich schnell auf die Situation ein. Da fiel es noch nicht einmal ins Gewicht, dass auch Booker (12 Punkte) nach einem neuerlichen Schlag auf seinen lädierten Knöchel in die Kabine humpelte. Er kam nach einigen Minuten zurück, griff aber erst spät noch einmal ein. Hätte er wahrscheinlich gar nicht gemusst. Weil ein Weltmeister übernahm. Johannes Voigtmann profitierte sicher auch davon, dass Heidelberg aufgrund früher Foulbelastung nicht mehr allzu konsequent zulangen konnte. Neun seiner 13 Punkte sammelte der Thüringer alleine im dritten Viertel. Es lag viel an ihm, dass die Bayern in diesem zweiten Teil der Serie ein echtes Statement setzten.

Dabei konnte es sich Herbert getrost leisten, in der Endphase den Spielern Playoff-Gefühl zu verschaffen, die in dieser Serie bis dahin keine Rolle gespielt hatten. Youngster Ivan Kharchenkov durfte mittun, Danko Brankovic ebenfalls. Beide fügten sich nahtlos in ein starkes Bayern-Team ein..

Booker gefiel es. „Wir haben gewusst, was wir zu tun haben“, sagte er, „und wir haben es getan.“ Klingt dann doch bemerkenswert einfach.
PATRICK REICHELT

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