Timo Boll: Gefühlschaos zum Karriereende

von Redaktion

Tränenreich: Ikone Timo Boll hört auf. © Straubmeier/Imago

Düsseldorf – Auf der Zielgeraden seiner unvergleichlichen Laufbahn hat Timo Boll stärker mit seinen Gefühlen zu kämpfen, als er selbst angenommen hatte. „Jetzt komplett mit Tischtennis aufzuhören“, sagte das deutsche Sportidol kurz vor seinem letzten Profi-Spiel nach gut einjähriger Abschiedstour, „ist emotional heftiger als bei meinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 2024 bei Olympia in Paris.“

Nach seinem Rückzug von internationalen Turnieren war Boll mit seinem Klub Borussia Düsseldorf auf Abschiedstour gegangen. Überall feierten die Fans den EM-Rekordchampion – im Gegenzug erfüllte der 44-Jährige geduldig mitunter noch mehr als eine Stunde nach dem letzten Matchball Autogramm- und Selfiewünsche bis zur letzten Anfrage.

„Das war emotional ganz schön erschöpfend“, blickte Boll vier Tage vor „dem letzten Tanz“ auf einer Pressekonferenz auf die landesweiten Wellen der Sympathie und Dankbarkeit zurück: „Ich hätte gedacht, dass ich irgendwann von den Abschiedsfeiern abgehärtet bin, aber es hat mich jedesmal wieder gepackt.“

Nun allerdings steht die Stunde des endgültigen Abschieds jedoch unmittelbar bevor. Im Bundesliga-Finale am Sonntag (13 Uhr/Dyn) in Frankfurt gegen Pokalsieger TTF Liebherr Ochsenhausen fällt für den Publikumsliebling der letzte Vorhang. Tatsächlich spürt Boll das Ende seiner Karriere näher kommen: „Ich habe angefangen zu zählen, wie viele Trainingseinheiten ich noch habe oder frage mich, ob das Training mit dem einen oder anderen Mitspieler wohl das letzte sein könnte.“

Immerhin bleibt Boll dem Tischtennis erhalten. Künftig agiert die ehemalige Nummer eins der Welt als jeweils erster Botschafter für seinen Verein und den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). „Es wäre mir“, meinte Boll, „sicher sehr schwergefallen, von heute auf morgen mit dem Sport zu brechen, dem ich so viel zu verdanken und in den ich so viel Leidenschaft investiert habe. Deswegen bin ich superglücklich, weil ich meinem Sport etwas zurückgeben kann.“

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