Solides Debüt von Jessica Bredow-Werndl und ihr Nachwuchspferd Diallo. © IMAGO/Lafrentz
Reiterin Maj-Jonna Ziebel mit ihrer 13 Jahre alten Stute Chiquita beim Geländeritt vor dem verheerenden Unfall. © IMAGO/Witke
Luhmühlen – Beim Vielseitigkeitsreiten in Luhmühlen ist ein Pferd gestorben. Bei einem Sturz auf der Geländestrecke verletzte sich Chiquita mit Reiterin Maj-Jonna Ziebell. Die 13 Jahre alte Stute wurde direkt vor Ort veterinärmedizinisch versorgt und in eine nahegelegene Tierklinik gefahren. „Nach einer tierärztlichen Untersuchung wurde die unvermeidbare Entscheidung getroffen, das Pferd einzuschläfern“, hieß es am Abend in einer Mitteilung der Veranstalter. Die 29 Jahre alte Reiterin aus Döhle wurde so zitiert: „Mein Pferd war etwas ganz Besonderes. Jeder, der Chiquita besser kennenlernen durfte – was sie selbst auswählte – hat sich in das Pferd verliebt. Ich habe meine beste Freundin verloren und bin unfassbar traurig.“
Bei den deutschen Meisterschaften im Vielseitigkeitsreiten behauptete Julia Krajewski auf Nickel ihre Führung nach der Prüfung im Gelände. Die 36 Jahre alte Olympiasiegerin von Tokio stand bereits nach den beiden Dressurtagen an der Spitze und holte nach dem Springen am Sonntag ihre insgesamt vierte deutsche Meisterschaft.
Währenddessen hat Rekordolympiasiegerin Isabell Werth ihren ersten Titel seit Paris geholt. Mit Topstute Wendy gewann die nun 18-fache deutsche Meisterin das Dressurreiten in Balve. „Jeder Titel mit jedem Pferd ist was besonderes“, sagte Werth nach dem Sieg: „Wir sind seit eineinhalb Jahren ein Match – das hat sensationell gepasst von Anfang an. Dass sich das so schnell entwickeln würde, hat keiner geglaubt. Es ist umso schöner, jetzt den Deutschen Meistertitel mit nach Hause zu nehmen.“
Werth (55) feierte den ersten Sieg in Balve seit 2022, als sie in Abwesenheit der Dominatoren Jessica von Bredow-Werndl und Dalera auf Quantaz die Kür gewann. Mit Wendy, auf der Werth mit der Mannschaft in Paris ihr achtes Gold und dazu Silber im Einzel gewonnen hatte, kam sie nach dem überlegenen Sieg im Grand Prix auch im Special auf eine starke Punktzahl.
Mit 78,549 Prozent lag Werth fast einen Prozentpunkt vor Vizemeister Frederic Wandres und Bluetooth (77,628). Mit dem jungen Special Blend belegte Werth zudem den sehr starken vierten Platz, Bronze holte Katharina Hemmer. Doppel-Olympiasiegerin von Bredow-Werndl, die mit Dalera die letzten vier Meistertitel gewonnen hatte, erreichte beim Championatsdebüt ihres Nachwuchspferdes Diallo Platz zehn.
Am Sonntag hätte Werth mit Wendy in der Kür noch einen drauf setzen und ihren 19. Titel in Angriff nehmen können, doch die Reiterin plant anders: Wendy soll nach sechs Monaten Turnierpause auch mit Blick auf den CHIO in Aachen (27. Juni bis 6. Juli) geschont werden. Auch Wandres und Bluetooth verzichten auf das Highlight.DPA, SID