So kennt man es: Viele Gegenspieler – und am Ende hat Jamal Musiala noch den Ball. © Heuler/Imago
Cincinnati – Ein bisschen ungewohnt war die Situation wohl selbst für Jamal Musiala: Weil Harry Kane bereits ausgewechselt war, durfte der eingewechselte Zehner den Elfmeter gegen Auckland City schießen. Musiala verwandelte souverän und erzielte das 8:0 – weil er bereits zuvor traf und im Anschluss noch einen Treffer nachlegte, feierte er schlussendlich einen Hattrick.
Viel besser hätte die Rückkehr Musialas auf den Platz also kaum laufen können. Und man darf es womöglich als kleines Bonbon der Bayernspieler verstehen, ihrem „Bambi“ beim Strafstoß den Vortritt zu lassen – schließlich standen mit Thomas Müller und Joshua Kimmich zwei etablierte Schützen auf dem Platz, die in der Elfer-Hierarchie eigentlich den Vortritt vor Musiala hätten.
Mit einem starken Schlenzer zum 7:0 und einem überlegten Abschluss nach einem Torwart-Wackler zum 9:0 avancierte Musiala somit also zum Mann des Spiels – sein Trainer Vincent Kompany lobte ihn aber für eine andere Szene. „Das Highlight ist für mich der Sprint von Musiala in die Defensive. Wenn du das in so einem Match machst, dann hast du eine gute Basis“, sagte der Belgier im Anschluss der Partie bei „DAZN“.
Kompany lobt Bambis Defensiv-Sprint
Die besagte Szene ereignete sich in der 70. Minute beim Spielstand von 7:0 für die Bayern. Die Neuseeländer hatten den Ball erobert und über die linke Seite einen Konter gestartet. Die Kompany-Elf stand hinten überraschend offen, sodass Dylan Manickum rechts im Strafraum David Yoo bedienen konnte. Dieser setzte Dayot Upamecano mit einem Haken nach innen außer Gefecht und hatte scheinbar freie Schussbahn auf das Münchner Tor – doch Yoo hatte in diesem Moment eben nicht mit Musiala gerechnet: Der sprintete weit zurück und brachte noch rechtzeitig seinen Fuß dazwischen. Der Ball prallte von ihm zu Neuer ab, sodass die Szene ohne akute Torgefahr bereinigt wurde. Musiala selbst wollte nach dem Gala-Auftritt nichts sagen, die Genugtuung war ihm aber beim Verlassen der Arena anzusehen. Schließlich war der Superdribbler seit der Bundesliga-Partie gegen Augsburg Anfang April verletzt, während seiner Leidenszeit sind die Münchner aus der Champions League und das DFB-Team aus dem Nations-League-Final-Four-Turnier geflogen. Zur Club-WM ist der Superstar nun rechtzeitig fit und in Topform.
Und auch in der Innenverteidigung entspannt sich die Lage beim FCB: Dayot Upamecano feierte ebenfalls sein Comeback und den ersten Einsatz seit der Partie gegen Union Berlin Mitte März. Nebenmann Dayot Upamecano schwärmte über ihn: „Er ist ein überragender Verteidiger, das wusste ich schon vorher. Wir haben viel gesprochen, um uns kennenzulernen“, lobte Tah seinen Innenverteidiger-Kollegen nach seinem ersten Einsatz im Bayerntrikot. „Er könnte jemand sein, neben dem ich spielen darf. Der Austausch und das Training war gut und ich glaube, dass er jetzt wieder bei 100 Prozent ist.“
VINZENT TSCHIRPKE