Sommer, Sonne, Footballfest

von Redaktion

Die Munich Ravens überrollen Helvetic 58:14 – meisterlich ist die Form allerdings noch nicht

Offensiv-Anführer Russell Tabor. © Zeitler/Imago

München – Zum dritten Mal im Jahr 2025 hieß es im Sportpark Unterhaching: Sommer, Sonne, Footballfest! Gegen die bemitleidenswerten Helvetic Mercenaries machten die Munich Ravens kurzen Prozess und gewannen trotz langem Schongang deutlich mit 58:14. Gänzlich zufrieden ist man bei der ambitionierten FootballFranchise trotzdem nicht.

Die neue ELF-Saison ist erst vier Spiele alt, und doch lassen sich schon erste Schlüsse ziehen: Die Munich Ravens haben eine schlagkräftige Truppe beisammen und rollen über schwache (Helvetic) bis solide (Tirol) Gegner mehr oder weniger mühelos hinweg. Gegen die Topteams (Stuttgart) unterlaufen der Mannschaft von Kendral Ellison allerdings zu viele leichte Fehler, und sie steht am Ende mit leeren Handschuhen da. Klingelt da was? Genauso lief es auch schon in der vergangenen Saison. Um – wie angekündigt – um den Titel mitspielen zu können, fehlt noch einiges. Das weiß auch Ellison: „Wir haben uns in jedem einzelnen Bereich verbessert. Das ist das Wichtigste. Aber wir geben immer noch zu viele leichte Punkte ab, daher liegt noch ein langer Weg vor uns.“

Während des Spiels gegen die Schweizer, das beim Stand von 35:0 bereits nach dem ersten Viertel entschieden war, ließ das der Cheftrainer auch seine Schützlinge wissen. Trotz einer makellosen Performance des lautstarken Duos aus DJ und Stadionsprecher war Ellison bis auf die Haupttribüne zu hören, als er seine Spieler für zu lasche Defensivarbeit kritisierte. In solchen Momenten will man ungern mit den Akteuren tauschen; da wirken auch knapp zwei Meter und über 100 Kilogramm auf einmal ganz klein.

Gerade gegenüber den Spielern aus der zweiten Reihe, die nach der klaren Führung auflaufen durften, fand Ellison nach Spielende aber auch lobende Worte: „Viele der Jungs haben heute das erste Mal ein richtiges Spiel erlebt. Es ist logisch, dass nicht alles perfekt funktioniert, aber sie haben es gut gemacht. Diese Erfahrungen sind sehr wichtig, damit wir auch echtes Videomaterial für sie zum Analysieren haben.“

Die Kaderbreite bleibt nichtsdestotrotz ein Problem; in der Spitze müssen sich die Ravens allerdings vor keinem Team verstecken. Mit welcher Leichtigkeit und Brillanz Quarterback Russell Tabor die Offensive anführte und mit welcher Effizienz Rodney, Rutsch und Co. vollendeten, wird auch in Stuttgart, Wien und Kopenhagen wahrgenommen. „Ich bin sehr stolz auf diesen coolen Haufen“, so Jannik Nowak, dem ebenfalls zwei Touchdowns gelangen.

Ganz zur Freude der knapp 4500 Fans im sehr stimmungsvollen Unterhachinger Sportpark. Die Rückendeckung eben jener wird es dann vor allem in zwei Wochen beim Rückspiel gegen den Angstgegner Stuttgart brauchen. Davor geht es am kommenden Sonntag für die Ravens erst noch nach Berlin. Zwei Spiele mit Titel-Aussagekraft. MM

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