Miami Heat: FCB droht Kollaps

von Redaktion

Vorteil Boca? Sportmediziner Dinic erklärt Hitze-Problematik

Gibt es den nächsten Sieg? Die Bayern um Tah (l.) und Bischof sind gefordert. © Goldberg/Imago

Eine Computerspiel-Optik als Einstimmung auf das Duell.

Der beste Freund der Profis – die Eistonne.

Serge Gnabry und Co. müssen unter extremen Bedingungen spielen, die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 70 Prozent. © Imago

Der FC Bayern steht vor dem zweiten Gruppenspiel – und das unter besonderen Bedingungen: In Miami erwarten den Rekordmeister zur Anstoßzeit (21 Uhr vor Ort) immer noch Temperaturen um die 30 Grad – und dazu eine Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent, die durch ständige Regenschauer und Gewitter noch angeheizt wird. Ist das tropische Klima ein Vorteil für die Boca Juniors? Und wie bestehen die Bayern die Hitze-Schlacht? Sportmediziner Dr. Milan Dinic klärt im Interview auf:

Dr. Dinic, in Miami sind es über 30 Grad mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit: Droht den Bayern der Hitze-Kollaps?

90 Minuten Fußball – oder länger – sind bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit eine Extrembelastung für Herz und Kreislauf. Bei solchen Bedingungen muss das Herz mehr arbeiten. Das erhöht den Puls und kann zu Kreislaufproblemen und sogar zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag führen.

Worauf muss das Betreuer-Team achten?

Um das Risiko für Gesundheitsprobleme zu senken, ist entscheidend, dass die Profis ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und schon vor dem Anpfiff jede Möglichkeit nutzen, um in den Schatten zu gehen und sich zu kühlen, ob mit feuchten Handtüchern oder Eiswickeln.

Sind die klimatischen Bedingungen ein Vorteil die argentinische Mannschaft Boca Juniors?

Sicherlich ist die Mannschaft aus Buenos Aires an eine hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnt – dort liegt sie derzeit bei rund 85 Prozent. Hier muss sich das Team nicht umstellen, dafür aber bei den Temperaturen. In Buenos Aires ist derzeit Winter, mit einem aktuellen Tageshöchstwert von durchschnittlich etwa 13 Grad. Aber sie werden sich akklimatisiert haben.

Im Anschluss steht ein Spiel in Charlotte an, dazwischen wieder das Trainingslager in Orlando – können die Reisestrapazen zur Belastung werden?

Der Reisestress durch lange Flugreisen inklusive Zeitverschiebungen, Klimaanlagen und immer wieder wechselnden Hotelbetten ist nicht zu unterschätzen. Die Reisestrapazen erhöhen die körperliche und mentale Belastung der Spieler. Um möglichst gut durchs Turnier zu kommen, sollten sie die Regeneration ernst nehmen, viel schlafen, sich zwischen den Trainings und Spielen entspannen und außerdem – besonders wichtig – viel trinken.

Machen das die Spieler nicht sowieso?

Vor allem der letzte Rat klingt banal, ist aber sehr wichtig. Die verringerte Luftfeuchtigkeit im Flugzeug macht das Immunsystem angreifbar. Wer sich eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt einfängt, kann nicht spielen. Durch viel Flüssigkeit bleiben die Schleimhäute feucht – so lässt sich das Infekt-Risiko senken.

Vor der Club-WM stand bereits eine lange Saison inklusive der Nations League an. Steigt die Verletzungsgefahr der FCB-Profis?

Sportler sind auch nur Menschen, keine Maschinen. Die hohe Belastung führt nicht nur zu einem verfrühten Verschleiß der Knie- und Sprunggelenke und der Sehnen, sondern erhöht auch die Gefahr von oft langwierigen Verletzungen wie Muskel- und Bänderrissen, oder chronischen Probleme der Achilles- und Patellasehne. Das ist auf jeden Fall ein großes Problem.

INTERVIEW: V. TSCHIRPKE

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