„Sind keine Touris“

von Redaktion

Salzburg-Boss Schröder über die Club WM, Geld und Belastung

Rouven Schröder ist seit Dezember vergangenen Jahres Sport-Geschäftsführer von Red Bull Salzburg. Der Sauerländer wechselte innerhalb des Imperiums aus Leipzig in die Mozartstadt. Seine aktuelle Herausforderung: die Club-WM in den USA, bei dem die Österreicher mit einem 2:1 gegen Pachuca (Mexiko) in der Nacht auf Donnerstag in das Turnier gestartet sind.

Herr Schröder, welche Bedeutung hat die Club-WM für Salzburg?

Wenn man sich die Mannschaften bei diesem Turnier anschaut, dann ist die Teilnahme an der Club-WM eine enorme Auszeichnung für den FC Red Bull Salzburg. Aus Deutschland sind mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund große Namen dabei. Wir sind einerseits sehr stolz und demütig. Aber wer unseren Club kennt und unsere Arbeit versteht, der weiß, dass wir nicht nur als Touristen in die USA fliegen, sondern den maximalen Erfolg anstreben. Wir wollen uns sportlich gut verkaufen und rausholen, was möglich ist.

Die FIFA pumpt enormes Geld in diesen Wettbewerb. Was erhoffen Sie sich von dieser Finanzspritze für Salzburg?

Die Einnahmen helfen uns dabei, unsere weiteren Ziele umzusetzen und unter anderem die Entwicklung im Nachwuchsbereich, auch in unserer Akademie, voranzutreiben. Wir haben viele kreative Ideen. Das Geld ist daher ein wunderbarer Nebeneffekt. Das Wichtigste ist aber natürlich der sportliche Erfolg. Wir wollen uns auf einem anderen Kontinent mit Vereinen auf der ganzen Welt messen.

Einer der Gegner heißt Real Madrid. Lohnt sich alleine dafür die Reise zu diesem Turnier?

Dieses Spiel gegen Real Madrid ist für Salzburg zweifelsohne ein Highlight. Gegen Real zu spielen, löst immer Gänsehaut aus.

Wie gehen Sie persönlich die Herausforderung Club-WM an?

Wer dieses Turnier als Belastung sieht, der ist völlig Fehl am Platz. Wir alle freuen uns auf die Reise und die verschiedenen Spielorte. Ich war noch mit keiner Mannschaft in Cincinnati, Philadelphia oder Washington. Und es ist auch etwas Besonderes, dass die Reisen innerhalb eines Landes fast alle mit dem Flugzeug stattfinden müssen. Daran sieht man die Größe der USA. Die Club-WM selbst, aber auch die Organisation, Infrastruktur und Atmosphäre aufzusaugen, ist ein persönliches Highlight!

Mit Thomas Müller tritt eine Legende beim FC Bayern München ab. Welche besondere Erinnerung verbinden Sie mit ihm?

Wer so lange bei einem Topclub mit diesem Renommee spielt, dort immer Leistung bringt, die Nationalmannschaft und den gesamten Fußball prägt – vor dem kann ich nur den Hut ziehen! Wir können froh sein, dass so eine Persönlichkeit die Bundesliga nie verlassen hat. Thomas Müller und ich hatten wenig Berührungspunkte. Aber einen kleinen Vorfall gab es …

Was war passiert?

Wir hatten einmal eine etwas hitzigere Diskussion nach einem Spiel mit Mainz gegen den FC Bayern. Der Inhalt bleibt unerheblich und Thomas Müller kann sich bestimmt nicht mehr daran erinnern. Aber es hat gezeigt, wie er für seine und ich für meine Farben gekämpft haben.

INTERVIEW: C. MICHEL

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