Hey Jobe!

von Redaktion

Bellingham verzückt BVB-Fans bei vogelwildem Auftritt gegen Mamelodi Sundowns

Auftritt, der Lust auf mehr macht: Bellingham (r.). © IMAGO

Cincinnati – Als die Fans in der Hitze von Cincinnati den allzu vertrauten Gesang anstimmten, musste Jobe Bellingham grinsen. Wie in alten Tagen sangen sie den Beatles-Klassiker „Hey Jude“, allerdings in leicht veränderter Version. „Na-na-na-na-na, na-na-na-na, hey Jobe“, war aus dem Fanblock von Borussia Dortmund zu hören. Der „neue“ Bellingham, Jobe, hatte sie beim mühevollen 4:3 (3:1) im zweiten Gruppenspiel der Club-WM gegen Mamelodi Sundowns verzückt.

„Ich kenne den Hintergrund natürlich, aber so lange mein Name gesungen wird von den Fans, finde ich das gut“, sagte Jobe Bellingham später, als er nach seinem geglückten BVB-Startelfdebüt als „Spieler des Spiels“ im klimatisierten Pressekonferenzraum des TLQ Stadiums in Cincinnati saß.

Natürlich kennt der 19-Jährige den Gesang, früher hatten die BVB-Fans das Lied für Jobes älteren Bruder Jude gesungen. Der wurde in Dortmund zum Star und ist nun bei Real Madrid, doch seit Anfang Juni spielt wieder ein Bellingham für den BVB. Die Ähnlichkeiten der Brüder sind verblüffend. Nicht nur optisch, auch die Art und Weise, wie sie auf dem Platz auftreten, ist vergleichbar. Körperlich und technisch stark, dazu gehen sie beide auch als emotionale Leader voran. Doch Jobe ist nicht Jude, und weil eben der ältere Bruder bereits für Dortmund gespielt hatte, wollte der jüngere erst nicht kommen.

„Ich habe mich lange innerlich gegen Dortmund gesträubt“, berichtete er bei DAZN, „einfach aus Angst, nicht mein eigener Herr zu sein.“ Doch die Clubbosse Hans-Joachim Watzke und Lars Ricken leisteten Überzeugungsarbeit, am Ende stimmte Bellingham zu. „Ich wollte den richtigen Weg gehen, nicht zwanghaft einen anderen“, sagte der 19-Jährige: „Und wenn der richtige Weg Dortmund ist – wie bei vielen jungen Spielern –, warum dann nicht? Es wäre genauso falsch gewesen, zu einem anderen Club zu gehen, nur weil Jude hier war.“

Das sieht auch Trainer Niko Kovac so, der Bellingham gegen den südafrikanischen Meister Mamelodi von Anfang an brachte. Gemeinsam mit Felix Nmecha bildete Bellingham eine spielstarke Mittelfeldzentrale, wenngleich nicht alles funktionierte und der insgesamt unterlegene Gegner zu oft Freiheiten genießen durfte. Nmecha und Bellingham seien „die Zukunft unseres Clubs“, sagte Kovac: „Man hat gesehen, dass wir dort Qualität auf dem Platz haben.“ Bei einem insgesamt vogelwilden Auftritt der Dortmunder war der junge Engländer noch ein Lichtblick, er traf zum 3:1 kurz vor der Pause. SID

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