Die Club-WM der vielen Kontraste

von Redaktion

Fans, Hitze und Politik: Das neue Turnier bietet Langeweile und Emotionen

Bayerns Michael Olise bejubelt seinen Siegtreffer im zweiten Spiel gegen die Boca Juniors. © Briggs/AFP

US-Präsident Donald Trump mit den ratlosen Juventus-Spielern. © Brandon/dpa

Schwer begeistert: Boca-Fans am Strand von Miami vor dem ausverkauften Spiel gegen den FC Bayern. © De Melo Moreira/AFP

Langweilige Spiele und leere Ränge, aber auch emotionale Fußballfeste: Die Club-WM ist bisher ein Turnier mit vielen Gegensätzen. Das fällt auf im Land des Hauptgastgebers für die WM im nächsten Jahr:

Große Stimmung bei Südamerikanern: Für die südamerikanischen Teilnehmer ist die Club-WM ein Fest. Das sieht man auch auf den Rängen. Beim 2:1 des FC Bayern gegen die Boca Juniors sorgten die argentinischen Fans im Hard Rock Stadium von Miami für Gänsehaut-Atmosphäre. Bei einigen Anhängern flossen nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich sogar Freudentränen.

Spektakel vs. Sommerkick: Das sportliche Niveau und der Unterhaltungswert der Spiele unterscheiden sich stark. Manche entwickeln sich zu einem dramatischen Schlagabtausch mit großen Emotionen. Andere Partien erinnern an sommerliche Marketing-Testspiele europäischer Topclubs in den USA und in Asien. Auffällig ist allgemein, mit wie viel Engagement Boca, River Plate und auch die brasilianischen und afrikanischen Clubs zu Werke gehen.

Auslastung der Stadien: Auch der Zuschauer-Zuspruch variiert. Bilder von fast leeren Stadien sorgen in den sozialen Medien schnell für Spott. Sie zeichnen jedoch kein vollständiges Bild. Den Bayern-Sieg gegen Boca sahen 63 587 Fans.

Präsenz des Turniers und Fan-Feste: Abseits der Stadien ist die Präsenz des Turniers im Gastgeberland sehr überschaubar. In Kneipen und Restaurants werden statt der Club-WM häufig andere Sportveranstaltungen übertragen.

Die Rolle der Politik: Wie sehr Sport und Politik miteinander verknüpft sind, zeigt sich auch bei der Club-WM. Ein Pressetermin mit US-Präsident Donald Trump im Oval Office brachte Spieler von Juventus Turin in kuriose Situationen. Während die Juve-Profis in seinem Rücken standen, beantwortete Trump Fragen zum Krieg zwischen Israel und dem Iran. Einige der Fußballer schienen vom Ablauf etwas irritiert. Im Stadion protestierten Bayern-Fans zudem gegen die FIFA.

Das Wetter: Teils extreme Temperaturen und Spiele in der Mittagshitze wirken sich auf das Turnier aus. Doch nicht nur die Sonne wird zum Problem: Wegen Unwettern gab es in mehreren Spielen lange Unterbrechungen.

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