Ein Event mit Vor- und Nachteilen

von Redaktion

Nicht nur Preisgeld: Club-WM soll für die Münchner zum Titelfaktor für nächste Saison werden

FCB-Trainer Vincent Kompany und Jonathan Tah stehen bei einer Trinkpause zusammen. © Hoppe/dpa

Charlotte – Alles anders bei der Club-WM: Normalerweise nimmt der FC Bayern an Wettbewerben teil, um sie zu gewinnen – und das ist die einzige Motivation. Beim derzeitigen Turnier in den USA gestalten sich die Ziele etwas anders: Zwar ist die klare Maßgabe beim deutschen Rekordmeister, alles für den Titel zu geben – dieser soll aber vor allem als Basis für den Angriff auf die Bundesliga und Champions League in der neuen Saison dienen.

Denn: Den FC Bayern erwarten im Falle eines Sieges bis zu 115 Millionen Euro, die umgerechnet einen Topspieler der höchsten Kategorie bedeuten könnten. Neben den finanziellen Aspekten, die bereits umfassend beleuchtet wurden, erklärte Vincent Kompany vor der Partie gegen Benfica Lissabon (nach Red.-Schluss dieser Ausgabe) aber weitere interessante Folgen, die die Club-WM mit sich bringt.

„Es ist eine spannende Erfahrung“, sagte der Trainer über die wochenlange Zeit in den USA. Auf die Frage, ob sich daraus Vorteile im Vergleich zu Vereinen ergeben, die nicht am Turnier teilnehmen, antwortete er: „Es gibt Argumente für beide Seiten: Man kann argumentieren, dass unser Teamgeist hier zusammenwächst, weil wir so viel Zeit miteinander verbringen“, so Kompany. „Spieler wie Jonathan Tah oder Tom Bischof können dadurch wahrscheinlich schneller integriert werden. Normalerweise braucht man dafür eine ganze Saisonvorbereitung und eine Menge an Spielen – und hier ist man direkt mittendrin.“

In der Tat betonen beim Rekordmeister derzeit alle Spieler den starken Teamgeist, Tah oder Bischof schwärmten bereits nach ein paar Tagen im Training, wie positiv sie aufgenommen wurden. Es gibt aber nicht nur positive Aspekte: „Wir als Team haben vor der nächsten Saison quasi gar keine Vorbereitung. Wenn man sich die wissenschaftlichen Daten anschaut, was die richtige Art und der richtige Zeitpunkt für eine gute Vorbereitung sind – dann kann man all das wegschmeißen“, kritisierte der Trainer. Schließlich beginnt die neue Saison offiziell bereits mit dem Supercup am 16. August – sollte der FCB bei der Club-WM das Finale erreichen, wäre man frühestens Mitte Juli zurück.

In den vier Wochen dazwischen müsste man also die gesamte Vorbereitung bestreiten – und davor haben die Spieler auch noch Urlaub. „Wir fangen direkt an mit dem Druck, gleich alles gewinnen zu müssen“, erläuterte Kompany, der mit Belgien an zwei Weltmeisterschaften teilnahm. „Im Vergleich zu Turnieren mit der Nationalmannschaft kennen wir uns im Verein alle bereits. Daher können wir in der Zeit hier an Details arbeiten – während es bei der Nationalmannschaft um die Basics geht.“VINZENT TSCHIRPKE

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