Auf dem Weg zu Bayer Madrid

von Redaktion

Alonso gestaltet die Königlichen nach bekanntem Muster um

Redebedarf: Alonso und Offensivstar Mbappé. © AFP

Kostprobe: Beim 1:0 im Achtelfinale gegen Juventus Turin blitzte schon einiges vom neuen Real Madrid auf. © IMAGO

Palm Beach/New York – Xabi Alonso könnte Milde walten lassen, doch natürlich gibt er sich lange nicht zufrieden. „Nur ein kleines bisschen“, habe seine Mannschaft bereits seinen Spielstil verstanden und umgesetzt, sagte der neue Trainer von Real Madrid mit einem Lächeln und fügte hinzu: „Wir haben eine grundlegende Idee und versuchen, sie zu implementieren.“

Angesichts dieser Voraussetzungen darf der souveräne Einzug ins Viertelfinale der Club-WM in den USA durchaus als Erfolg gewertet werden. Im Achtelfinale hatte Real Juventus Turin mit 1:0 bezwungen, nun sind am Samstag (22.00 Uhr/DAZN und Sat.1) Alonsos Königliche der nächste Gegner von Borussia Dortmund.

Und Alonsos Ruf eilt ihm voraus. Real spiele nun, wie es in den vergangenen zweieinhalb Jahren Bayer Leverkusen unter dem Trainer Alonso gemacht habe, sagte Dortmunds Trainer Niko Kovac. Die Idee sei unverkennbar, nur die Spieler seien andere, betonte der BVB-Coach.

Alonso ist als Nachfolger von Carlo Ancelotti erst seit dem 1. Juni im Amt, sein neues Team lernt er nun während des Turniers in den USA wirklich kennen. „Wir haben vier Jahre mit Ancelotti verbracht“, sagte Torhüter Thibaut Courtois: „Wir müssen uns jetzt natürlich anpassen an das, was der Trainer möchte. Das klappt nicht einfach so in vier Tagen.“

Doch erste Veränderungen sind ja auch schon sichtbar, Alonsos Team spielt schneller und vertikaler, bei Ballverlusten versucht Real, direkt wieder Druck aufzubauen. Die mit Stars wie Kylian Mbappé und Jude Bellingham gespickte Mannschaft muss sich aber noch ein bisschen mehr mit den Vorgaben des neuen Trainers zurechtfinden. Worum es geht, deutete Alonso an. „Es geht um die Abstände zwischen den Spielern, mit und ohne Ball“, sagte er: „Wir müssen besser positioniert sein und erkennen, wo wir sein sollten, um den Ball zu haben und ihn zurückzuerobern. Das Team muss enger zusammenrücken.“

Weil dem Taktik-Perfektionisten in diesem Turnier wenig Trainingszeit zur Verfügung steht, müssen die Spiele herhalten, um die Vorgaben zu vertiefen. Klappt zumindest ordentlich. „Nachricht und Konzept sind beim Team angekommen“, sagte der Spanier: „Ich bin mir sicher, dass wir am Ende des Turniers besser sein werden, als wir es zu Beginn waren.“

Das kann durchaus als Warnung verstanden werden, Alonso tritt mit dem klaren Auftrag an, die Kräfteverhältnisse in Spanien und am besten im europäischen Fußball wieder geradezurücken. Eine titellose Saison mit vier teils üblen Niederlagen gegen den Erzrivalen FC Barcelona haben Ancelotti den Job gekostet. Sein Nachfolger soll die großartigen Einzelkünstler zu einem Team formen.

Doch wer soll dieser Aufgabe gewachsen sein, wenn nicht der 43 Jahre alte Alonso? Mit Leverkusen hatte er in der Saison 2023/24 die Dominanz des FC Bayern gebrochen und den Rheinländern die erste Meisterschaft sowie den Triumph im DFB-Pokal beschert. In Madrid wurde er mit dementsprechend offenen Armen empfangen, als Spieler hat er hier alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt und als Trainer bereits Eindruck hinterlassen.SID

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