Triumph oder Abreise!

von Redaktion

Müllers Gedanken vor PSG

Abschied rückt näher: Müller wird in LA gehandelt.

Atlanta – Wenn sich einer mit Turnieren auskennt, dann er: Thomas Müller hat an vier Weltmeisterschaften teilgenommen, neben seinem größten Erfolg 2014 außerdem zweimal die Champions League und die Club-WM im bisherigen Format gewonnen.

Vor dem Viertelfinal-Kracher gegen Paris Saint-Germain am Samstag (18 Uhr deutscher Zeit, DAZN und SAT.1) will Müller mit seiner Erfahrung vorangehen – und wendet sich zuvor noch mal an seine Fans. In der monatlich erscheinenden „Müller-Mail“ beschreibt er seine Sicht auf das bisherige Turnier in den Vereinigten Staaten: „Das Besondere an der Club-WM ist für mich, ein richtiges Turniererlebnis mit der Mannschaft zu haben, die ohnehin seit Jahren zusammengewachsen ist. Mit dem ganzen Staff und allen Spielern gemeinsam – das schafft eine einzigartige Atmosphäre.“

Diese Stimmung dürfte für Müller nochmals intensiver sein, schließlich ist für ihn nach dem Wettbewerb in den USA Schluss. Vielleicht bei den Bayern, vielleicht überhaupt. Ob er seine Karriere beendet oder vielleicht doch weitermacht, ist bislang noch offen. Ein Wechsel nach Los Angeles gilt aktuell als wahrscheinlichste Option – damit will sich der Altstar aber erst nach dem Turnier befassen.

Damit die Partie gegen Paris nun aber nicht seine letzte wird, arbeiten er und der Rest des Teams gemeinsam an der Titel-Mission: „In unserem Basecamp in Orlando steht viel Detailarbeit auf dem Programm. Das Vor- und Nachbereiten der Spiele diktiert den Rhythmus. Den Turniersieg haben wir immer fest im Blick“, betonte der Routinier.

Was die Club-WM besonders macht? „Im Vergleich zum normalen Bundesliga-Alltag geht es bei solchen Großturnieren um die kurzfristige Perspektive – wenn du also die Rolle bekommst, eine umkämpfte Partie in der Schlussviertelstunde souverän über die Bühne zu bringen, dann gibt es da wenig darüber nachzudenken, was das jetzt für die Kaderpolitik bedeutet.“ Seine Forderung ist daher ziemlich eindeutig: „Go big or go home! (deutsch: Gib alles, oder fahr‘ nach Hause.).

Unterschiede im Vergleich zum europäischen Fußball hat Müller aber auch festgestellt: „In den USA hat der Fußball ehrlicherweise nicht den Stellenwert, wie bei uns in Europa“, sagte die FCB-Legende. „Hier dominieren Basketball, Football und Baseball. Die Stadien sind auch mal halb leer – in der Bundesliga ist das undenkbar. Trotzdem merkt man bei den prestigeträchtigen Spielen schon, was für eine Stimmung entstehen kann.“

Im Kracher gegen Paris Saint-Germain dürfte die Stimmung jedenfalls hitzig werden – darauf freut sich auch Müller: „Sind wir also gespannt, was beim Viertelfinale gegen PSG in Atlanta abgehen wird. Die Franzosen sind natürlich eine Hausnummer“, zeigte sich der 35-Jährige anerkennend. „Sie haben sicher nicht rein zufällig das Champions-League-Finale gegen Inter mit 5:0 gewonnen und den Henkelpott geholt.“

Einen Favoriten in dem ersten großen Schlagerspiel für seine Bayern sieht der Angreifer aber trotzdem nicht. „Beide Mannschaften sind gut drauf und kennen die Qualitäten des anderen in- und auswendig. Ich sehe das Match-up sehr ausgeglichen.“

Müller startete gegen Auckland City mit einem Doppelpack ins Turnier, seitdem kam der Routinier nur noch von der Bank zu Spielzeiten. Sollte der FC Bayern nun im Viertelfinale gegen Paris verlieren, wäre es sein letztes Spiel für den FCB.V. TSCHIRPKE

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