Losgelöst: Siegemund steht bereits im Achtelfinale. © dpa
Endstation: Struffs Märchen ist in Runde drei vorbei. © AFP
London – Laura Siegemund ließ den Schläger fallen und hüpfte ungläubig auf und ab. Die 37 Jahre alte Doppelspezialistin hat in Wimbledon eine große Sensation geschafft und erstmals in ihrer Karriere das Achtelfinale beim Rasen-Klassiker erreicht. Siegemund bezwang die Australian-Open-Siegerin Madison Keys aus den USA in der dritten Runde durch eine taktische Meisterleistung mit 6:3, 6:3. Die Schwäbin entnervte die favorisierte Weltranglistenachte mit ihrem variablen Spiel und zahlreichen Stoppbällen.
Innig umarmte sie nach dem Triumph ihren Freund und Trainer Antonio Zucca. „Ich bin wirklich glücklich. Es war nicht einfach, es war wirklich windig“, sagte Siegemund, die nur gegen Ende der Partie kurz ins Zittern geriet. „Wenn du in dem Moment keine Nerven zeigst, bist du vermutlich tot. Es ist eine Chance, es gibt keinen Druck für mich. Ich habe versucht, mich daran zu erinnern, dass ich nur für mich spiele. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.“ In der Runde der besten 16 darf sich die Weltranglisten-104. nun auch gegen Solana Sierra gute Chancen ausrechnen. Die Argentinierin war eigentlich bereits in der Qualifikation gescheitert, rückte aber als Lucky Loserin ins Hauptfeld.
Jan-Lennard Struff dagegen verpasste eine Sensation. Der 35-Jährige musste sich dem spanischen Titelverteidiger Carlos Alcaraz mit 1:6, 6:3, 3:6, 4:6 geschlagen geben. Damit schied der Sauerländer als letzter männlicher deutscher Tennisprofi beim Klassiker in Wimbledon aus.DPA