Kassenschlager ohne Einsatz

von Redaktion

Die Vorfreude der Bayern-Fans auf Lena Oberdorf ist riesig

War bislang nur im Training auf dem Platz zu sehen: Lena Oberdorf kämpfte sich nach einem Kreuzbandriss zurück.

München – Die EM-Spiele ihrer Mädels verfolgt Lena Oberdorf schweren Herzens nur als Fan. Doch knapp ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss soll die 23-Jährige bald auf dem Platz wieder in den Mittelpunkt rücken – im DFB-Team, vor allem aber auch beim FC Bayern.

„Wir hoffen, dass sie in Zukunft eine tragende Rolle beim FC Bayern spielen kann. Dafür haben wir sie verpflichtet, um uns die Möglichkeit zu geben, gerade auch auf europäischer Ebene noch mal einen Schritt weiterzugehen“, sagte Münchens Sportdirektorin Bianca Rech.

Der Startschuss dazu erfolgt am Montag, wenn der Doublegewinner ohne seine 18 EM-Teilnehmerinnen, dafür aber mit dem neuen Trainer José Barcala und eben Oberdorf die Vorbereitung auf die Saison aufnimmt. Es soll auch der Beginn einer Ära Oberdorf in München werden, nachdem sie bislang noch kein Spiel für ihren neuen Club absolviert hat.

Wie groß der Stellenwert der Führungsspielerin schon jetzt ist, zeigte auch die Tatsache, dass „in der letzten Saison die meisten Trikots mit dem Namen Oberdorf verkauft wurden“, so Rech: „Die Begeisterung für Lena Oberdorf ist da.“ Die Erwartungshaltung ist entsprechend groß. Man wolle ihr aber, schränkte Rech ein, „nach so einer langen Verletzung nicht zu viel Gewicht auf die Schultern legen, auch wenn sie einen sehr starken Willen und Charakter hat.“

Dieser Ehrgeiz hätte Oberdorf nach ihrer schweren Verletzung fast noch zur EM in der Schweiz gebracht. Doch nach einem Lehrgang mit dem DFB-Team hatte sich Bundestrainer Christian Wück dann doch gegen eine Nominierung entschieden. Das Turnier käme für die Mittelfeld-Abräumerin, die schon Olympia-Bronze in Paris verpasst hatte, zu früh.

Trotz der Zwangspause ist Oberdorf beim FC Bayern, wie auch in der DFB-Elf, „voll in die Mannschaft integriert“. Auch bei der rauschenden Double-Party war die Nationalspielerin mittendrin gewesen. Um erholt ins Training einzusteigen, genoss die 23-Jährige zuletzt noch Urlaub. „Das hat sie auch nach so einer langen Verletzungs- und Rehaphase gebraucht“, sagte Rech.

Nun aber freut sich Oberdorf „extrem“ darauf, dass es wieder los geht. Aber, verriet sie in ihrem Podcast „Popcorn und Panenka“, sie habe „auch ein bisschen Schiss, dass man schlecht zurückkommt“. Immerhin lernte sie in der langen Reha-Zeit, ihren geliebten Fußball wieder neu zu schätzen: „Vor der Verletzung hatte ich auch Phasen, in denen ich gesagt habe, ich arbeite Fußball nur noch.“ Doch die vergangenen Monate hätten ihr bewusst gemacht, dass diese Zeit begrenzt sei: „Ich glaube, man sollte das Beste daraus machen und es genießen.“

Deshalb will sich Oberdorf auch keinen Druck machen lassen: „Ich will mir in erster Linie selbst gerecht werden.“SID

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