Der neue Mittelpunkt: Trainer ten Haag (Mitte) folgt bei Bayer Leverkusen auf Xabi Alonso. © IMAGO
Leverkusen – Beim Gedanken an Florian Wirtz und all die anderen Abgänge wurde Erik ten Hag zum Philosophen. „Auf dem Wind von gestern kann man heute nicht mehr segeln“, sagte der Niederländer nach der ersten Trainingseinheit bei Bayer Leverkusen. Heißt: Der Titel 2024, die Vize-Meisterschaft 2025, die Traumtore von Wirtz und Co. – all das zählt ab sofort nicht mehr. „Wir fangen bei Null an“, sagte ten Hag.
Ein paar Helden sind freilich noch da, doch der Aderlass ist tatsächlich enorm. Neben Wirtz, dessen Transfer nach Liverpool bis zu 150 Millionen Euro in die Kasse spült, sind auch Stützen wie Nationalspieler Jonathan Tah (FC Bayern) und Jeremie Frimpong (Liverpool) weg. Und auch der Architekt des Ganzen ist fort: Xabi Alonso zog es zu Real Madrid. Nun ist es ten Hag, der für frischen Wind zum Segeln sorgen muss.
Er will seinen eigenen Weg gehen, ohne eine Revolution auszurufen. Er wolle „das weiterentwickeln, was Alonso hinterlassen hat“, sagte er beim Trainingsauftakt. Der eine oder andere Neue werde daher noch kommen. „Wir haben Qualität verloren“, sagte ten Hag und nannte namentlich Wirtz und Frimpong: „Ein einziger Spieler wird sie nicht adäquat ersetzen können. Das müssen wir auch über die Mannschaft auffangen.“
Prominentester Neuzugang ist bislang U21-Europameister Jarell Quansah, der für zunächst 30 Millionen Euro als Ersatz für Tah aus Liverpool kam. Die Rolle von Wirtz könnte zumindest perspektivisch das algerische Top-Talent Ibrahim Maza (19) ausfüllen, für das Bayer zwölf Millionen an Zweitligist Hertha BSC überwies. Im Anflug ist zudem US-Nationalspieler Malik Tillman von der PSV Eindhoven, der Mittelfeldspieler soll bis zu 40 Millionen Euro kosten.SID