Lea schüllert den DFB zum Sieg

von Redaktion

„Immer da, wenn wir sie brauchen“ – die Torgarantie der deutschen Frauen

„Musste nur noch einschieben“, sagt Lea Schüller. © dpa

Basel – Die fast elfminütige Nachspielzeit erlebte Lea Schüller schon auf der Ersatzbank. Deutschlands Siegtorschützin gegen Dänemark (2:1) empfand diese finale Phase im St. Jakob-Park ganz unverblümt als ein „Horror“. Nichts mehr tun zu können, war für die 27-Jährige schwer zu ertragen. Dabei hatte Christian Wück wirklich überlegt, seine beste Stürmerin, die in diesem Jahr in der Nations League und bei der Europameisterschaft bereits sieben Mal traf, noch früher auszuwechseln als nach 70 Minuten.

In der ersten Halbzeit hatte die deutsche Nummer elf nämlich null Ballkontakte im gegnerischen Strafraum. Wie schon gegen Polen (2:0) stand sie oft unglücklich – und eingebunden ins schematische Angriffsspiel war Schüller selten. Doch dann demonstrierte sie ihren Instinkt vor den Augen ihres Förderers Horst Hrubesch, der früh die Qualitäten der aus Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen stammenden Vollblutstürmerin pries. Als die Dänin Emma Faerge ihrer kurz darauf sogar ausgewechselten Mitspielerin Emma Snerle den Ball an den Kopf schoss und Jule Brand schnell schaltete, ließ sich Schüller nicht lange bitten (66.). Beim Verlierer beschwerte sich nicht nur der aufgebrachte Trainer Andrée Jeglertz, dass doch eigentlich sofort hätte abgepfiffen werden müssen. Nun ja.

Schüller interessierte das herzlich wenig. „Ich musste nur noch einschieben“, sagte sie über ihren 54. Länderspieltreffer im 77. DFB-Einsatz. Von einer solchen Quote habe er nur träumen können, gestand der frühere Bundesliga-Stürmer Wück. Der 52-Jährige rätselte hinterher, warum er seiner Mittelstürmerin immer erst drohen müsse: „Ich glaube, sie merkt, wenn wir darüber nachdenken, sie auszuwechseln. Dann macht sie halt kurz ein Tor – und geht dann raus.“ Tatsächlich hätte die Angreiferin vom FC Bayern kurz vor dem Tausch gegen die aktive Giovanna Hoffmann fast noch ein Kopfballtreffer nachgelegt. Letztlich wusste auch Wück: „Das macht ja eine Torjägerin aus, dass sie relativ wenig zu sehen ist und dann da ist, wenn wir sie brauchen.“

Dass es auch in der Schweiz zuverlässig „schüllert“ –die Vereinnahmung ihres Namens in Anlehnung an den Klubheiligen Thomas Müller gefällt ihr sogar – kann im Turnier noch wichtig werden. F. HELLMANN

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