Pogacar trotz Evenepoels Sieg in Gelb

von Redaktion

Packendes erstes Zeitfahren: Tageserfolg für den Olympiasieger – Lob für starken Lipowitz

42 Sekunden vorne: Tadej Pogacar. © IMAGO/DAVID PINTENS

Caen – Der nimmersatte „Farbenkannibale“ Tadej Pogacar hat sich bei der Tour auch die Trikots in Gelb und Grün geschnappt, am Mann mit dem Gold-Helm kam aber auch er nicht vorbei: Olympiasieger Remco Evenepoel gewann das spektakuläre erste Einzelzeitfahren der 112. Frankreich-Rundfahrt und setzte sich auf dem Vollgaskurs im Calvados vor Sloweniens Superstar durch.

Während Pogacar die Gesamtführung übernahm, erwischte der deutsche Tour-Debütant Florian Lipowitz ebenfalls einen Spitzentag. „Ich bin total zufrieden. Es ist schön zu sehen, dass es aufwärts geht. Zuletzt habe ich schon an mir gezweifelt“, sagte der Ulmer, der als Sechster nur 58 Sekunden hinter dem belgischen Zeitfahr-Giganten Evenepoel lag.

Nach 33 flachen Kilometern in Caen siegte Evenepoel mit 16 Sekunden Vorsprung auf Titelverteidiger Pogacar. In den vergangenen anderthalb Jahren hat der Belgier nur eine Niederlage in seiner Paradedisziplin kassiert: Zum Tour-Abschluss 2024 wurde er in Nizza hinter Pogacar und Jonas Vingegaard Dritter.

Vingegaard war am Mittwoch der große Verlierer: Platz 13, 1:21 Minuten Rückstand auf Evenepoel, mehr als eine Minute auf Pogacar – für den zweimaligen Tour-Champion aus Dänemark wird es ganz schwer.

In der Gesamtwertung führt Pogacar jetzt mit 42 Sekunden vor Evenepoel, der bis dahin führende Niederländer Mathieu van der Poel fiel mit Rang 18 deutlich zurück. Pogacar hatte mit seinem Etappensieg am Dienstag bereits das Bergtrikot erobert, am Mittwoch kamen das Maillot Jaune und das grüne Sprintertrikot hinzu – seine Dominanz erinnert an den legendären Eddy Merckx bei der Tour 1969.

Aus deutscher Sicht war vor allem der Auftritt von Lipowitz bemerkenswert. Der 24-Jährige lieferte ein starkes Zeitfahren und vor allem eine überragende Schlussphase ab. „Dass er so weit vorne reinfährt, hätte ich nicht erwartet. Stark!“, sagte Ex-Champ Jan Ullrich am ARD-Mikro. Seinem prominenten Red-Bull-Teamkollegen Primoz Roglic, 2021 Olympiasieger in dieser Disziplin, nahm Lipowitz knapp 21 Sekunden ab, in der Gesamtwertung liegt er als Neunter nur eine Sekunden hinter Roglic.SID

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