Man kennt sich: DTB-Nachwuchshoffnung Ella Seidel (20) beim Handschlag mit Siegemund. © IMAGO/Prange
Zum 14. Mal steht Djokovic im Halbfinale. © IMAGO
Lang machen für den Erfolg: Laura Siegemund schaffte es in Wimbledon bis ins Viertelfinale. © Kudryavtsev/AFP, Imago
Wimbledon – Die wohlverdiente Erholung in ihrer Wahlheimat Sardinien stellte Laura Siegemund hinten an. Nach ihrem sensationellen Lauf bis ins Wimbledon-Viertelfinale wollte sie „nicht ratzifatzi die Biege machen“, sondern in London mit ihrem Team „einen schönen Abschluss finden“. Völlig zu Recht nach einem Turnier für die Geschichtsbücher.
Im Alter von inzwischen 37 Jahren spielte Siegemund beim Rasen-Klassiker das wohl beste Tennis ihrer Karriere, an der Church Road begeisterte sie nicht zuletzt im spannenden Viertelfinale gegen Aryna Sabalenka mit taktischer Finesse, viel Leidenschaft und großer Mentalität. Als letzte von vier deutschen Frauen verabschiedete sich Siegemund am Dienstag aus dem All England Club. Nur: Was bleibt von ihrem Erfolg? Was können sich junge Spielerinnen wie Ella Seidel (20) oder Eva Lys (23) von der Überraschungs-Viertelfinalistin abschauen?
„Auf jeden Fall die Einstellung. Die ist super. Sie kämpft um jeden Punkt. Sie trainiert sehr hart. Es ist wirklich toll, wie fit sie ist“, sagte Bundestrainer Torben Beltz. Siegemunds Lauf bis in die Top acht sei ein „unfassbarer Erfolg“, betonte der 48-Jährige.
Siegemund, vor dem Turnier 104. der Welt, wird am Montag im Ranking gut 50 Plätze nach oben rutschen und zur deutschen Nummer zwei aufsteigen – hinter der ebenfalls 37-jährigen Tatjana Maria. Sorgen um das deutsche Frauentennis macht sich Beltz jedoch keine. „Wir haben auch dahinter junge Leute, die nachkommen“, sagte Beltz und bezog sich dabei auch auf Australian-Open-Achtelfinalistin Lys und Wimbledon-Qualifikantin Seidel. Siegemund soll für die Zukunft als Mutmacherin dienen.
Das Turnier ging am Mittwoch mit den Männer-Viertelfinals weiter – und der Gewissheit, dass es ein Traum-Halbfinale geben wird. Novak Djokovic setzte sich im Viertelfinale gegen den italienischen Außenseiter Flavio Cobolli mit 6:7 (6:8), 6:2, 7:5, 6:4 und holte sich den nächsten Rekord seiner Karriere. Der 38 Jahre alte Serbe steht zum 14. Mal im Wimbledon-Halbfinale, diesmal gegen den Weltranglistenersten Jannik Sinner, der trotz Problemen am rechten Ellenbogen und eines Armlings als Schutz gegen den Amerikaner Ben Shelton 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 siegte.