Babbel über FCB: „Eberl ist die ärmste Sau“

von Redaktion

Die Fußballwelt steht unter Schock: Der tragische Unfalltod von Diogo Jota (28) hat nicht nur den FC Liverpool erschüttert. Im Interview mit unserer Zeitung findet Markus Babbel, der selbst das Trikot der Reds trug, emotionale Worte.

Herr Babbel, wie haben Sie die letzten Tage erlebt?

Es ist brutal! Da sieht man mal wieder, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Egal, wie du heißt, wie du bist, wie viel Geld du hast, wie viel Ruhm du hast.

Sie haben das „You‘ll Never Walk Alone“ selbst erlebt. Was zeichnet Liverpool aus?

Es gibt viele Vereine, die Gutes in sich tragen, bei denen es aber sehr schnell wieder in die Tagesordnung übergeht. Beim FC Liverpool ist das was anderes. Womöglich ist dieses Lied das Aushängeschild dafür, wie dieser Verein funktioniert: In schwierigen Zeiten halten wir zusammen, mit allem, was wir haben, mit allem, was wir können. Das sind keine leeren Worte.

Wie wird sich das alles auf die Eingewöhnung von Florian Wirtz auswirken?

Da bin ich noch hin- und hergerissen. Ich könnte mir vorstellen – also bitte nicht falsch verstehen, das ist ein Drama hoch zehn –, dass es für Florian sogar ganz gut sein könnte, weil der Fokus nicht 100 Prozent auf ihm und seiner Ablösesumme liegt.

Auch die Bayern wollten ihn. Zuletzt gab es Woltemade-Transferzoff zwischen Lothar Matthäus und Uli Hoeneß. Auf welcher Seite stehen Sie?

Ich verstehe Uli Hoeneß nicht mehr, aber schon seit Längerem nicht mehr. Es ist doch als Experte logisch seine Meinung kundzutun, das ist Lothars Pflicht. Und jetzt kommt der Uli Hoeneß wieder und beleidigt ihn öffentlich. Und ich frage mich: Was soll das?

Haben Sie eine Antwort?

Er merkt gar nicht mehr, dass er mittlerweile das größte Problem des FC Bayern ist. Er schadet dem Verein mehr, als er ihm im Moment nutzt. Entweder machst du mit oder du bleibst weg, aber das Zwischendrin ist für alle Beteiligten ein Desaster. Dieses: Jetzt ist mir langweilig, jetzt haue ich mal wieder einen raus, das wird auf Dauer nicht funktionieren.

Wie sehen Sie dabei die Rolle von Sportvorstand Max Eberl?

Früher war die Stärke des FC Bayern, Dinge im Stillen abzuwickeln. Für mich ist Max Eberl die ärmste Sau, weil jede Geschichte rauskommt. Es kann mir keiner erzählen, dass es immer der gegnerische Berater ist, der irgendetwas erzählt. Also wird intern etwas nach außen getragen.

INTERVIEW: ADRIAN KÜHNEL

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