Kompetenter Sidekick: Neulöwe Max Christiansen verfolgte das Spiel mit Redakteur Marco Blanco Ucles. © Sampics
Ulrichsberg – Da machten die Zuschauer in Ulrichsberg am Freitagvormittag große Augen. 1860-Neuzugang Max Christiansen setzte sich auf die Tribüne, stand den Medienvertretern Rede und Antwort. Während seine Kollegen im Testspiel gegen Amstetten auf dem Platz standen, inmitten der Fans. Eine besondere Idee des Clubs. „Das ist definitiv auch etwas Neues für mich“, sagte Christiansen, als er sich zu den Reporten gesellte.
Selbstbewusst fügte der 28-Jährige hinzu: „Ich tippe natürlich auf einen Sieg für uns.“ Recht sollte er behalten, mit 1:0 – Tor: David Philipp – bezwang der zweite Anzug der Löwen (Vollath – Schifferl, Reinthaler, Maier – Jakob, Deniz, Althaus, Schröter – Philipp – Steinkötter, Hobsch) den österreichischen Zweitligisten. Der fünfte Sieg im fünften Testspiel. Und noch immer ist der TSV 1860 ohne Gegentreffer. Die starke Defensivarbeit fiel auch Christiansen in der Anfangsphase auf: „Wir stehen hinten derzeit einfach kompakt.“
Immer wieder unterbricht Christiansen seine Sätze, wenn seine neuen Teamkollegen mal wieder in aussichtsreicher Position auf das Tor zuliefen. Doch im Abschluss zeigten sich die Sechzger anfangs zu ungenau, Philipp und Justin Steinkötter ließen nacheinander beste Chancen kläglich liegen. „Wir spielen es gut raus, hätten mittlerweile ein Tor verdient“, kommentierte Christiansen. Und siehe da: Kurze Zeit später die beiden Unglücksraben im Zusammenspiel, Steinkötter auf Philipp, das 1:0. Danach war den Löwen die kräftezehrende Woche deutlich anzumerken, das Spiel wurde immer ereignisloser, die Kräfte schwanden.
Neu-Abräumer Christiansen – „Ich komme über den Kampf und meine Laufstärke – hat viel erlebt in seiner Karriere, 57-mal Bundesliga für Ingolstadt und Fürth gespielt. Ist 1860 da nicht ein Schritt zurück? „Nein! Die Konkurrenz ist sehr groß bei uns, wir sind sehr gut besetzt. Ich hoffe, dass wir uns alle gegenseitig pushen, das hilft einer Mannschaft extrem.“ Der Plan, den Geschäftsführer Christian Werner dem gebürtigen Flensburger vorlegte, habe ihn überzeugt.
Ein reiner Sprung ins kalte Wasser ist der Wechsel zu den Löwen für Christiansen aber nicht. Aus Mannheimer Zeiten kennt er bereits Glöckner und Kapitän Jesper Verlaat, mit dem er sich auch das Zimmer im Hotel teilt. Geteiltes Leid in der harten Vorbereitung. „Fitness ist einfach wichtig für uns, das gehört dazu. Deswegen haben wir kein Problem damit, auch mal ein bisschen härter zu trainieren“, erklärte Christiansen pflichtbewusst.
Die beiden Sechserpositionen bei 1860 sind drei Wochen vor Saisonstart hart umkämpft. Christiansen scheint die Nase vorne zu haben, durfte am Freitagabend (17 Uhr/nach Redaktionsschluss) im Härtetest gegen den tschechischen Erstligisten Liberec zusammen mit Thore Jacobsen vor der Abwehrkette auflaufen. Ein vielversprechendes Modell für die Zukunft? MARCO BLANCO UCLES