SCHWIMM-WM

Märtens Mission: Ein Gold fehlt noch

von Redaktion

Olympiasieger von Paris: Lukas Märtens. © West/Imago

Singapur – Eigentlich wollte Lukas Märtens daheim in Magdeburg einen Trophäenschrank aufstellen. Für das Olympiagold, die Urkunde über den Weltrekord, die Goldene Henne, seine fünf WM- und EM-Medaillen und all die anderen Auszeichnungen. „Aber das habe ich noch nicht geschafft“, sagt der neue deutsche Schwimmstar und lacht. Vielleicht wartet der 23-Jährige aber auch auf die Medaille, die ihm noch fehlt: WM-Gold.

Bei den Weltmeisterschaften in Singapur ist Märtens, der in Paris mit seinem Triumph über 400 m Freistil gleich im ersten Rennen das erste Edelmetall für das deutsche Olympiateam gewann, der größte Hoffnungsträger. Denn dem souveränen Sieg im Rugbystadion La Defense vor einem Jahr ließ der Magdeburger nach all dem Trubel über die historische Schwimm-Medaille und zwei Nasen-Operationen gleich auch noch einen besonderen Weltrekord folgen: Als erster Schwimmer unter 3:40 Minuten knackte Märtens im April die Fabelzeit seines Vorbilds Paul Biedermann von 2009 im Hightech-Anzug.

„Ich sehe mich nicht als Gejagten“, sagt Märtens dennoch – obwohl er genau derjenige ist. „Ich sehe es eher als Chance an, mich weiter zu belohnen, den WM-Titel oder die Medaille in Singapur anzugreifen. Es kommt natürlich viel auf die Tagesform an, die Konkurrenten sind wieder saustark, sie schlafen nicht.“ Den Druck, der als neuer deutscher Vorzeigeschwimmer auf ihm lastet, lächelt er weg: „Der WM-Titel wäre noch eine Sache, die dazukommen könnte. Aber ich habe ja noch ein paar Jahre, noch ein paar Weltmeisterschaften. Die Chance werde ich noch öfter bekommen.“

Doch sein Ehrgeiz ist groß. Er weiß, dass er seinen Trainingskollegen Florian Wellbrock als deutsche Nummer eins abgelöst und eine wichtige Rolle im WM-Team übernommen hat. „Ich bin ja der, der den ersten Tag eröffnet. Meistens gut“, sagt er: „Deswegen sehe ich es auch als meine Aufgabe an, dem Team einen Push zu geben, zu motivieren. Aber natürlich muss man vor allem auf sich schauen, wir sind ja eine Einzelsportart.“DPA

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