Meister im Umbruch

von Redaktion

Bayerns Basketballer: Fünf Profis sind schon weg

München – Kurz vor dem Meisterstück hatte sich bei den Basketballern des FC Bayern noch einmal eine überraschende Wende angedeutet. Würde Carsen Edwards vielleicht doch in München bleiben? Zumindest müssen die Verhandlungen mit dem kapriziösen Punktejäger noch einmal ziemlich weit gediehen gewesen sein. Seit Freitag ist aber klar: Auch Edwards, dessen Fehlen in den Playoffs wegen seiner Rückenverletzung für einige Irritationen gesorgt haben soll, und die Bayern gehen getrennte Wege.

Abgang Nummer fünf nach Devin Booker, Ivan Kharchenkov, Danko Brankovic und Nick Weiler-Babb. Mit Booker, Weiler-Babb und Edwards verlieren die Bayern ein Trio aus jener ersten Garde, die in der abgelaufenen Saison auch in der Euroleague für so viel Aufsehen gesorgt hat.

Was an den Münchner Ambitionen nicht viel ändert. Präsident Herbert Hainer etwa hatte schon zum Saisonende betont: „Ich bin überzeugt davon, dass wir wieder eine Mannschaft aufbieten werden, die auch in der Euroleague konkurrenzfähig ist.“ Dass mit Hapoel Tel Aviv, dem BC Dubai und auch dem BC Valencia drei potente Clubs in die, auf 20 Teams aufgestockte Euroleague rücken, mag die Sache nicht einfacher machen.

Doch der neue Boss Dragan Tarlac setzt auf Kreativität und weiche Faktoren. „Es gibt schon noch Spieler, für die etwa die Möglichkeiten des Vereins und auch eine bestimmte Rolle etwas zählen“, sagte er. Spieler wie Center-Modellathlet Wenyen Gabriel eben, der aus Athen zu den Bayern wechselt. 13 Vereine hat der 28-Jährige seit seinem Einstieg als Profi schon in der Vita. „Ich würde mich freuen, eine Heimat zu finden“, sagte er selbst.

Das mag auch ein bisschen riskant klingen. Allerdings ging eine ähnliche Transferidee bei den Bayern auch schon einmal gut. 2020/21 holten sich die Münchner Spieler wie Wade Baldwin oder Jalen Reynolds an Bord, die bis dahin andernorts eher durchgefallen waren. Heraus kam die bislang beste Euroleague-Saison mit stattlichen 23 Siegen und einem dramatischen 2:3-Viertelfinal-Aus gegen Olimpia Mailand.

Aber wer weiß, vielleicht klappt es auch mit einem echten Toptalent. Der Litauer Rokas Jokubaitis soll einem Umzug nach München alles andere als abgeneigt sein. Allerdings will ihn Maccabi Tel Aviv nicht ziehen lassen – wenn nicht doch eine Kriegsklausel wirksam wird, die die Profis der israelischen Clubs üblicherweise in ihren Verträgen haben. PATRICK REICHELT

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