Absage mitten in der Nacht

von Redaktion

Schmutziges Wasser sorgt für Ärger und Verschiebung bei der Schwimm-WM

Singapur – Als die überraschende Nachricht zur Unzeit die Runde machte, hatten Lea Boy und Jeannette Spiwoks schon längst geschlafen. „Wir sind heute Nacht um 2.30 Uhr aufgewacht, weil mein Handy mehrmals geklingelt hat“, berichtete Boy. Der Grund für die späte Störung? Nur wenige Stunden vor ihrem WM-Auftakt wurde das Rennen der beiden Freiwasserschwimmerinnen in Singapur über zehn Kilometer wegen grenzwertiger Wasserqualität abgesagt – zum Ärger des Bundestrainers.

„Warum so eine Meldung erst so spät in der Nacht veröffentlicht wird, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Bernd Berkhahn. Die Mitteilung des Weltverbandes World Aquatics war rund sieben Stunden vor der ursprünglich um acht Uhr morgens angesetzten Startzeit (Ortszeit) gekommen. Bei den Messungen der am Sonntag durchgeführten Proben waren die Grenzwerte überschritten worden.

Dass das Wasser nicht wirklich sauber ist, sei klar gewesen, sagte Boy, dass die Qualität aber „so schlecht ist, war uns nicht bewusst“. Statt vor der Insel Sentosa also um Medaillen zu schwimmen, stand für die 25-Jährige und ihre Teamkollegin Training im Pool an. Ihr Rennen soll nun am Mittwoch (4.15 Uhr MESZ) im Anschluss an den Wettbewerb der Männer (1.30 Uhr) mit Tokio-Olympiasieger Florian Wellbrock und Oliver Klemet, Silbermedaillengewinner von Paris, ausgetragen werden. „Wenn die Wasserqualität nicht stimmt, kann es keine Rennen geben. Beim Freiwasserschwimmen hängt ein Start immer auch von den äußeren Umständen ab“, sagte Christian Hansmann, DSV-Vorstand Leistungssport.

„Von den Olympischen Spielen in Paris im vergangenen Jahr sind wir solche Verschiebungen gewohnt und wissen damit umzugehen.“SID

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