Leon Kratzer wurde kurz vor der WM aus dem Kader gestrichen. © IMAGO/Wunderl
München – Leon Kratzer und Bayerns Trainer Gordon Herbert haben eine besondere Verbindung. Der neue Center des FC Bayern stand sowohl vor der Europameisterschaft 2022, die die deutsche Nationalmannschaft mit Bronze abschloss, als auch vor dem großen Gold-Coup bei der WM 2023 im erweiterten Kader. Doch der damalige DBB-Trainer Herbert strich den Pechvogel beide Male als letzten Spieler aus dem Team. Auch der Traum von Olympia erfüllte sich nicht für den heute 28-Jährigen.
In Herberts Buch „Die Jungs gaben mir mein Leben zurück“ über den Weg zum Weltmeistertitel sagte Kratzer, er könne – trotz der verständlichen Enttäuschung – gar nicht sauer auf seinen Coach sein, mit dem er bereits in Frankfurt zusammen arbeitete: „Er hat mich in meinem Leben derart bereichert, da haben die Cuts kein Gewicht.“ Bitter war vor allem die Entscheidung vor der WM. Kratzer war 2023 nach dem Champions-League-Sieg und der Vizemeisterschaft mit Bonn in Topform und machte sich große Hoffnungen. Doch am Ende entschied sich Herbert für David Krämer als Ersatz für Andreas Obst. „Es tat weh, Leon die Entscheidung mitzuteilen“, schrieb der Weltmeister-Trainer in seinem Buch.
In den vergangenen zwei Jahren spielte Kratzer in Paris, holte den EuroCup-Titel und schaffte es heuer in die Playoffs der Euroleague. „Ich freue mich sehr, dass es mit Bayern und mir endlich geklappt hat, nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder mal Kontakt bestand“, sagte Kratzer in einer Vereinsmitteilung. Seiner Rolle im Team ist er sich bereits bewusst: „Ich werde sicher vor allem in der BBL meine Minuten gehen. Ich möchte zeigen, dass ich weiter einer der besten Center der Liga bin.“AVO