Heidelberg – Lässig joggt Nelvie Tiafack auf der Hohenzollernbrücke über den Rhein, dann geht er im Schatten des Kölner Doms in den Liegestütz, macht Seilsprünge und lässt schließlich die Fäuste fliegen. „Cologne goes Heidelberg“, hat der Kölner Boxer zu dem auf Instagram geposteten Video geschrieben – und damit auch seinem letzten Fan klargemacht: Nach seiner olympischen Bronzemedaille von Paris ist er nun heiß auf seinen ersten Profikampf.
„Ich möchte eine Weltklasse-Performance hinlegen und den Sieg einfahren“, kündigte Tiafack am Freitag kurz vor dem Showdown an. Am Samstag feiert er in Heidelberg sein Debüt als Boxprofi – und natürlich wird die Mama mit dabei sein. „Erste Reihe!“, sagt er lachend. Schon bei Olympia im vergangenen Sommer, wo er mit Bronze als erster deutscher Boxer überhaupt olympisches Edelmetall im Superschwergewicht gewann, drückte Mutter Josephine ihm vor Ort die Daumen. Nun schlägt Tiafack vor ihren Augen ein neues Kapitel seiner Boxkarriere auf.
Seinen bislang letzten Kampf bestritt Tiafack vor einem Jahr bei Olympia. Ab circa 21.00 Uhr (DAZN/) tritt er am Samstag über sechs Runden gegen den Polen Jakub Sosinski an. Sollten ihm auch künftig volle Hallen und internationale Topgegner geboten werden, würde er auch ein langfristiges Profi-Engagement in Deutschland – anders als zunächst angedacht – nicht mehr ausschließen. Sein langfristiges Ziel ist der WM-Titel, „zu hundert Prozent“, sagt Tiafack. Mama drückt die Daumen.SID