Was wollen die eigentlich?

von Redaktion

Woltemade-Berater attackiert Stuttgart: „Das war so nicht abzusehen“

München – Dass der schwäbische Stolz nicht zu unterschätzen ist, bekommen die Verantwortlichen des FC Bayern dieser Tage zu spüren: Weil der deutsche Rekordmeister hinter dem Rücken des VfB Stuttgart eine grundsätzliche Einigung mit Nick Woltemade erzielte und die Schwaben davon aus den Medien erfuhren, schalten die Stuttgarter auf stur. Unter der Woche hatten die VfB-Verantwortlichen das zweite Bayern-Angebot in Höhe von 50 Millionen Fix-Ablöse plus fünf Millionen Bonuszahlungen abgelehnt. An der Säbener Straße tüftelt man bereits an der nächsten Offerte, die dann wohl die 60 Millionen-Schallmauer durchbrechen würde.

Sollte Stuttgart auch diesen Vorstoß ablehnen, könnte es den Münchnern im Transferpoker bald zu bunt werden. Tenor: Die Haltung der Stuttgarter sei frech und die VfB-Verantwortlichen würden die Bühne zu viel nutzen. Dazu passt die jüngste Aussage von Vorstandschef Alexander Wehrle, der am Mittwochabend zum Woltemade-Poker sagte: „Wir verhandeln ja nicht. Nick wird nächstes Jahr bei uns Fußball spielen. Wir wollen ihn nicht abgeben, deswegen bin ich der Falsche, eine Zahl zu nennen. Dem Vernehmen nach würden Wehrle & Co. erst ab einer Summe von 65 Millionen Euro ins Grübeln kommen.

Die Wut auf Stuttgart wächst – auch bei Woltemade-Agent Danny Bachmann. Der Spielerberater äußert sich nun erstmals öffentlich zum Wechsel-Theater und zeigt, dass die Nerven blank liegen: „Wenn ein Bundesliga-Rekordangebot von 55 Millionen Euro nicht einmal für ein gemeinsames persönliches Treffen reicht, stellt sich die Frage, was der VfB eigentlich für außergewöhnlich hält. Das war so nicht abzusehen.“

Doch woher stammt die Stuttgarter Großkotzigkeit bei diesem Transferpoker? Alleine durch die Teilnahme am neuen Champions-League-Format hat der VfB fast 65 Millionen Euro eingenommen, der Triumph im DFB-Pokal spülte mehr als zehn Millionen Euro Prämien in die Kassen. Darüber hinaus soll der Einstieg von Porsche im Jahr 2023 (10,9 Prozent der Anteile an der VfB-Stuttgart-1893-AG) insgesamt bis zu 100 Millionen Euro generieren.

Sollten sich die Münchner angesichts des VfB-Verhaltens tatsächlich aus dem Transfer-Poker zurückziehen, wäre der Spieler der Leidtragende. Denn der 23-Jährige möchte um jeden Preis nach München. Kein Wunder: Der Angreifer wurde auch damit gelockt, dass die Bayern perspektivisch mit ihm als Ersatz für den 31-Jährigen Harry Kane (Vertrag bis 2027) als Mittelstürmer planen. MANUEL BONKE, PHILIPP KESSLER

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