Kletterkünstler: Pogacar (hinten) und Vingegaard. © IMAGO
München – Sie hatten zur Abwechslung einmal nicht die Hauptrolle und doch setzten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard auch am Mont Ventoux einmal mehr neue Maßstäbe. Messungen zeigten: Niemand in der langen Geschichte der Tour de France bezwang den berüchtigten Berg jemals schneller als das Spitzenduo der diesjährigen Rundfahrt.
54:41 beziehungsweise 54:43 Minuten benötigten Pogacar und Vingegaard für die gut 21 Kilometer vom Örtchen Bedouin auf das Dach der Provence und nahmen damit auch dem Gerade-Noch-Etappensieger Valentin Paret-Peintre satte sechs Minuten ab. Vor allem aber waren die beiden trotz des Gegenwinds im ungeschützten Gipfelbereich mehr als eine Minute schneller als der Spanier Iban Mayo, der 2004 beim damaligen Bergzeitfahren im Rahmen der Dauphiné Libéré mit seinem wilden Ritt sogar Lance Armstrong schwer verstört hatte. „Not normal“, war es dem US-Amerikaner seinerzeit entfahren, nachdem er im Kampf gegen die Uhr nicht weniger als zwei Minuten auf Mayo eingebüßt hatte.
Allerdings: Wie Armstrong entpuppte sich auch der damalige Euskaltel-Profi als Doper. 2007 wurde er positiv auf EPO getestet und für zwei Jahre gesperrt. Einer seiner Teamchefs war der Italiener Mauro Gianetti – heutiger Leiter der UAE-Mannschaft von Tour-Dominator Tadej Pogacar. RP