TV-KRITIK

Schmelzers Party: Verse top, Ferse Flop!

von Redaktion

Moderator Lufen mit „la experta“ Schult. © SCREEN

Gibt’s einmal Grund zum Feiern, oder gleich doppelt? Bernd Schmelzer, erfolgsverwöhnter CEO der ARD in Sachen Frauenfußball, wurde gestern 59+1 Jahre alt – die erste Fete war also sicher. Die Frage war bloß: Kredenzen die deutschen Fußballerinnen Señor Schmelzer bei seinem vielleicht letzten EM-Spiel einen Sieg zum Geburtstag? Wir beantworten die Frage: „Wie war España?“ Oder auch: Welche Worte zum Sporte gab’s zur Torte?

– El espectáculo: Das Erste hat seine Spesenkasse geplündert und Moderator Claus Lufen samt seiner Sachverständigen Almuth Schult nach Zürich verfrachtet. Stadion statt Studio, da riecht’s aus dem Fernseher herrlich nach frischem Rasen. „Grüezi, Almuth. Haben wir’s doch noch geschafft, Schweizer Luft zu schnuppern“, freute sich Lufi. Nicht nett war, dass er über den IQ der deutschen Spielerinnen spekulierte: „Ob sie schlau oder nicht so schlau sind, sie müssen alle verteidigen.“ Dabei sind in der Sportschau alle Sport-schlau!

– La experta: Almuth Schult hatte quantitativ gute Nachrichten in Sachen deutsche Mannschaft. „Heute dürfen sie mit elf Spielerinnen antreten“, wusste sie nach dem Zählappell – und das hoffentlich bis zum Schlusspfiff. Im Internet gab es für ihre klugen Aussagen zu den Spanierinnen viel Lob, quasi Klicki-Taka. Der wichtigste Rat kam aber von Männer-Nationalspieler Nico Schlotterbeck, mit Gruß an Herrn Cucurella: Haut Spanien weg, „wir haben noch eine Rechnung offen“!

– El cumpleañero: Geburtstagskind Schmelzer hat seinen Wunsch zum 60. verraten. „Nicht noch mehr graue Haare“, erbat er sich. In Sachen ARD gab’s gestern keinen Grund zur Grauhaar-Bildung. Denn der Mann ist in der Lage, mehrere deutsche Sätze sinnvoll aneinanderzureihen, bei denen sogar Anfang und Ende zusammenpassen – im Vergleich zum ZDF ein innovatives Konzept, das Freude macht. Und er hat Spaß an seinem Job. Amüsanter Kommentar, als ein kleines Schweizer Mädchen im Bild zu sehen war: „Vorsicht, Kiss-Cam! Ist wahrscheinlich die Mama, aber man muss ja aufpassen mittlerweile.“ Und über Spaniens Esther Gonzalez: „Sie betreibt das Toreschießen ja nicht auf 500-Euro-Basis.“ Klara Bühl versuchte es irgendwann „mit dem Ferserl“, aber erfolglos. Das Schmelzer-Fazit zum Spanien-Spiel: Verse top, Ferse Flop!

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