Nur eine Sechser-Stelle ist frei: Für Deniz oder Christiansen.
Wer muss sich hinten anstellen? Kilian Jakob kam als bester linker Schienenspieler der 3. Liga – und duelliert sich bei 1860 mit dem erstligaerfahrenen Manuel Pfeifer. © Sampics / Stefan Matzke (2)
München – Hat Patrick Glöckner schon sein neues Löwen-Team im Kopf? Vielsagend, wer am Dienstag totopokalbefreit in München bleiben durfte: Dähne, Dulic, Verlaat, Voet, Danhof, Jacobsen, Volland, Niederlechner und Haugen. Noch keine vollständige Elf, aber eine „Neun“, die am 1. August das Gerüst bilden dürfte – beim Saisonauftakt 2025/26 in Essen (19 Uhr, frei empfangbar bei MagentaSport). Lediglich auf zwei Positionen scheint es noch einen Ausscheidungskampf zu geben: auf der linken Schiene – und auf einer der beiden Sechserpositionen.
Sowohl Kilian Jakob und Manuel Pfeifer als auch Tunay Deniz und Max Christiansen kamen beim 6:0-Sieg im Steigerwald gegen den Kreisligisten SC Reichmannsdorf zum Einsatz. Startspieler waren Jakob und Deniz, beide wurden nach einer Stunde durch ihren jeweiligen Jobrivalen ersetzt. Wer bei den letzten Positions-Zweikämpfen die Nase vorn hat, zeigt unsere Übersicht.
Jakob/Pfeifer
Konkurrenzkampf auf allen Positionen – das war der Anspruch, den Sportchef Christian Werner zu Beginn des Transfersommers an sich selber gestellt hatte. Ganz vorne, wo eine ganze Sturm-Armada um zwei Plätze rangelt, ist das eindrucksvoll gelungen – aber auch auf der linken Schiene wird der neue Kaderluxus sichtbar. In Kilian Jakob hatte Werner frühzeitig den datenauffälligsten Linksverteidiger der 3. Liga verpflichtet – um kürzlich noch einen draufzusetzen. Manuel Pfeifer, in Österreichs Bundesliga entdeckt, stand auch bei deutschen Zweitligisten auf dem Zettel. Ein Positions-Zweikampf auf allerhöchstem Niveau – im Moment mit leichten Vorteilen für Pfeifer, der sich blind mit Dreierketten-Linksfuß Siemen Voet zu verstehen scheint. Jakob jedoch kämpft um seinen Platz im Team. Nach dem Saisonfinale 2024/25, als er 1860 wie im Hinspiel geärgert hatte (Assist zum 0:1), sagte der Ex-Aue-Profi: „1860 ist meine Heimat, ich wollte immer zurückkehren – solche Chancen muss man nutzen. Ich bin Fan davon, hart zu arbeiten.“ Über den dynamischen Positionsrivalen Pfeifer sagte Werner: „Ich freue mich, dass er sich trotz vieler Interessenten für die Löwen und unseren Weg entschieden hat.“
Deniz/Christiansen
Eigentlich dürfte an Tunay Deniz kein Weg vorbeiführen. Keiner schießt präziser, keiner spielt genialere Bälle, keiner hat bessere Werte im Vertikalspiel. Und trotzdem: Viele Trainer tun sich schwer mit Deniz, dem ein leichter Hang zur Diva nachgesagt wird. Am Dienstag aber kämpfte er – obwohl an einem Totopokalabend in Reichsmannsdorf wenig zu gewinnen ist. Aber auch Christiansen, der zuletzt in Hannover war und schon 1. Liga gespielt hat (57 x für Ingolstadt und Fürth), ist nicht für die Bank gekommen. Glöckner kennt ihn noch aus Mannheim (20/21), schwärmt von der Ballsicherheit des kampfstarken Box-to-Box-Spielers: „Genau die Mentalität, die man hier braucht. Er schiebt an auf der Position; ob aus der ersten oder der zweiten Reihe, das werden wir sehen.“
Gesetzt ist Jacobsen, der auch Vizekapitän bleibt. Sebastian Maier schult um – er ist künftig Backup für Abwehr-Linksfuß Voet.ULI KELLNER