Bei Spanien, hier Mariona, flossen die Tränen. © Imago
Kelly verwandelte den entscheidenden Elfmeter. © AFP
Die spanischen Prinzessinnen Leonor und Sofia (o. l.), UEFA-Präsident Ceferin, Prinz William (o. r.), Luis Figo (u. l.) und Ex-Bundestrainer Jogi Löw. © Zemanek/Imago
Die Fußball-Königinnen von Europa feierten ausgiebig. © Imago
Basel – Super-Joker Chloe Kelly stürmte völlig lösgelöst vor die ausrastende Fankurve, dann verschwand sie in einer wilden Jubeltraube. Die eiskalten englischen Comeback-Queens tanzten zu „Sweet Caroline“, auf der Tribüne feierte in erster Reihe die deutsche Torfrau Ann-Kathrin Berger mit ihrer Verlobten Jess Carter mit. Dank eines 3:1 im Elfmeterschießen gegen Weltmeister Spanien sind die Lionesses erneut die Fußball-Königinnen von Europa und revanchierten sich damit für die Pleite im WM-Finale 2023.
Zu Heldinnen wurden Kelly mit dem entscheidenden Elfmeter und Hannah Hampton mit zwei Paraden. „Ich bin wahnsinnig stolz auf dieses Team, das ist unglaublich“, sagte Kelly im ZDF: „Ich bin so dankbar. Es musste einfach klappen mit dem Elfmeter. Die Feier wird unglaublich, das wird verrückt.“ Nach dem Triumph von Wembley gegen die deutsche Mannschaft 2022 war es der zweite englische EM-Titel, Sarina Wiegman schaffte als zweite Trainerin nach Tina Theune den Hattrick bei Europameisterschaften.
Alessia Russo (57.) hatte vor den Augen von Prinz William mal wieder ein Spiel für die Britinnen ausgeglichen, die schon in Viertel- und Halbfinale aus schier aussichtslosen Situationen märchenhaft zurückgekommen waren. Für Spanien reichte es bei der ersten Final-Teilnahme nur zur anfänglichen Führung durch Mariona Caldentey (25.), die Titel-Premiere bei Europameisterschaften muss warten.
Zum ersten Mal wiederholte sich die Paarung des WM-Finals (1:0 für Spanien) im Endspiel der folgenden Europameisterschaft. Entsprechend euphorisch war die Stimmung bei den Anhängern beider Teams, Tausende Fans feierten in der Baseler Innenstadt bereits ab dem frühen Nachmittag ein friedliches Fußballfest. Auf der Tribüne unterstützte im Kreise der englischen Angehörigen die deutsche Torfrau Ann-Kathrin Berger aus der ersten Reihe ihre Verlobte Jess Carter.
Alessia Russo brach nach langem Pass von Leah Williamson durch, doch Keeperin Cata Coll wehrte den Flachschuss stark ab (3.). Es entwickelte sich allerdings die zu erwartende Partie: Spanien übernahm mit gepflegtem Kurzpassspiel die Kontrolle, während die Lionesses gekonnt auf schnelle Umschaltaktionen lauerten. Nach einem Fehlpass von Coll im eigenen Strafraum bot sich Lauren Hemp die Riesenchance, doch die Torfrau machte ihren Patzer mit starker Fußabwehr wieder wett (19.).
Das rächte sich schnell: Auf der Gegenseite köpfte Mariona nach Maßflanke von Ona Battle bei der ersten Großchance perfekt in den Winkel. In Folge verließ England der Mut, vor der Pause gab es kaum noch Entlastung. Und das, obwohl Kelly früher als erwartet ins Spiel durfte, weil sich Lauren James verletzte (40.). Mehr als einen ersten Warnschuss der Angreiferin gab es zunächst nicht.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich an der Dominanz der Spanierinnen wenig, sowohl Mariona (52.) als auch Alexia Putellas (55.) vergaben aus guten Positionen. Stattdessen köpfte Russo auf der Gegenseite aus dem Nichts eine Kelly-Flanke ein.