Max Verstappen wäre gerne noch etwas länger im Regen von Spa-Francorchamps beim Großen Preis von Belgien gefahren. © IMAGO/Erlhof
Spa-Francorchamps – Nach dem Geduldsspiel im Regenchaos von Spa ließ sich Oscar Piastri in den Armen seiner Mechaniker feiern und jubelte auch über den Ausbau seiner WM-Führung. „Es war durchaus turbulent“, sagte der McLaren-Fahrer nach seinem sechsten Formel-1-Saisonsieg und grinste natürlich zufrieden. Der erste Titelgewinn wird für Piastri nach mehr als der Hälfte der Saisonläufe immer realistischer. Sein Vorsprung auf Stallrivale Lando Norris, der Zweiter wurde, beträgt nun 16 Punkte.
Ein kräftiger Regenschauer eine gute halbe Stunde vor dem geplanten Beginn um 15.00 Uhr sorgte dafür, dass nicht normal gestartet werden konnte. Ein erster Versuch hinter dem Safety Car scheiterte auf der nassen Piste vor allem wegen der schlechten Sicht, die Startprozedur wurde abgebrochen. „Das ist schon etwas albern. Ich meine, man sollte einfach ein paar Runden fahren, meine Güte“, schimpfte Verstappen: „Die sind viel zu vorsichtig, jetzt kommt der starke Regen, dann wird es eine dreistündige Verzögerung geben.“
Auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hätte lieber Autos im Regen gesehen – klar, denn die Red Bulls hatten bei ihrem Set-Up auf nasse Bedingungen gesetzt: „Die Formel-1-Autos drücken den Regen weg. Hätte man das Safety-Car früher weggelassen, wäre es ein normales Regenrennen gewesen. Scheinbar sind die Regenrennen nicht mehr im Programm vorgesehen. Die Verzögerung war unverständlich.“
Erst nach mehr als einer Stunde Pause ging es bei deutlich besseren Bedingungen wieder raus. Hinter dem Safety Car wurden vier Runden gedreht, ehe das Rennen mit mehr als 90-minütiger Verspätung frei gegeben wurde. Und sofort verlor Polesetter Norris den ersten Platz an Piastri. Nun sahen die Zuschauerinnen und Zuschauer beim Großen Preis von Belgien, wie sich die Sicht bei Sonnenschein schnell verbesserte. „Es trocknet schnell ab“, sagte Rekordweltmeister Lewis Hamilton. Der Ferrari-Star hatte im Vorjahr noch den Grand Prix im Mercedes gewonnen, musste jetzt aber aus der Boxengasse starten. Nach einer verkorksten Qualifikation und einem Motorenwechsel arbeitete sich der 40-Jährige mühsam durch das Feld bis auf Platz sieben nach vorn.
„Ich muss jetzt wirklich mal in mich hinein schauen“, hatte Hamilton am Samstag gesagt. Zweimal nacheinander war er in der Qualifikation jenseits der Top 15 früh ausgeschieden – beide Mal wegen vermeidbarer eigener Fehler. „Es ist verheerend für das Team, so ein Ergebnis kann man nicht akzeptieren“, sagte Hamilton und ergänzte mit Blick auf Teamkollege Leclerc, der vor Verstappen auf Platz drei landete: „Ein Auto liefert ab, das andere nicht. Das ist inakzeptabel und mir tut das wirklich leid.“DPA