Titelverteidigerin Köhler wurde nur Sechste. © Thian/dpa
Medaillenjäger: Lukas Märtens hat viel vor. © Kleindl/dpa
Singapur – Dem neuen Schwimm-Weltmeister Lukas Märtens gehen trotz seiner zahlreichen Erfolge die Ziele nicht aus. „Ganz im Gegenteil. Ich bin erst 23, von daher habe ich noch einige Jahre vor mir“, sagte der Magdeburger im DSV-Interview einen Tag nach seinem ersten WM-Gold über die 400 m Freistil in Singapur und nannte die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles als „das große Ziel“, ohne sich jetzt schon „zu viel Druck“ aufzuerlegen.
„Es gibt noch so viele Wettkämpfe, die ich zu bestreiten habe. Sich auf dieser Bühne zu messen, macht auch immer wieder Spaß“, erklärte Märtens und ergänzte mit einem Grinsen: „Es können gerne auch noch mehr Medaillen werden.“
In Singapur geht der deutsche Schwimmstar noch über die 200 m Rücken sowie in der 4×200-m-Freistil- und der Lagenstaffel an den Start. Am Dienstag steht aber zunächst der Vorlauf über die 800 m Freistil (5.05 Uhr MESZ) an. In das Rennen geht Märtens als Zweitschnellster des Jahres hinter seinem deutschen Teamkollegen und Europarekordler Sven Schwarz.
Seinen Ruhetag am Montag nutzte er, um Angelina Köhler in ihrem Finale über 100 m Schmetterling anzufeuern – vergeblich. Wortlos verließ die 24-Jährige die WM-Arena nach ihrem enttäuschenden sechsten Platz und suchte Trost bei ihrem Trainer. Die gestürzte Weltmeisterin war ihren Titel los und den Tränen nahe. Köhler, im vergangenen Jahr schwamm sie noch sensationell zum ersten WM-Titel einer Deutschen seit 15 Jahren, hatte beim Sieg der Weltrekordlerin Gretchen Walsh (USA) nach 56,57 Sekunden 24 Hundertstel Rückstand auf Bronze.
„Direkt nach dem Rennen, da rollen die Tränen. Da ist man einfach tierisch enttäuscht – von sich selber, von dem Rennen an sich und von der Chance, die da war heute. Die Medaillen waren nicht weit weg“, erklärte Köhlers Trainer Lasse Frank.
Wenige Minuten zuvor hatte auch Lucas Matzerath seine „Mission Medaille“ wieder nicht erfolgreich abschließen können: Wie schon bei den letzten drei Weltmeisterschaften und Olympia in Paris schwamm der Frankfurter am Podest vorbei – diesmal als chancenloser Sechster. „Die Enttäuschung sitzt tief“, sagte der 25-Jährige, „aber ich kann nicht sagen, woran es lag.“ Melvin Imoudu, der in Paris Bronze nur um sechs Hundertstel verfehlt hatte, war bereits im Halbfinale ausgeschieden.
Mit seinem zweiten deutschen Rekord in Singapur war Luca Armbruster ebenfalls als Sechster über 50 m Schmetterling in 22,84 Sekunden der erfolgreichste deutsche Finalist am Montagabend.
Bitter enttäuscht war schon am Vormittag Isabel Gose, die als Olympiadritte und Medaillenkandidatin über 1500 m Freistil im Vorlauf scheiterte. „Es ist das eingetreten, wovor ich gestern so viel Angst hatte“, sagte die 23-Jährige nach Platz neun in schwachen 16:08,41 Minuten. „Vielleicht war zu präsent in meinem Kopf die Skepsis, mit der ich hier herangehe. Es hat sich ganz anders angefühlt als gestern. Der eigene Erwartungsdruck ist doch höher, als man denkt.“
In der ersten WM-Woche hatte die Magdeburgerin noch ein goldenes Freiwasserdebüt gegeben, als sie vor der Insel Sentosa mit der gemischten Staffel im Sog des Vierfach-Weltmeisters Florian Wellbrock den Titel gewonnen hatte. Davon war gestern wenig zu sehen.SID