Er gilt als bester Speed-Bergsteiger der Welt, Dani Arnold erkletterte Geschwindigkeitsrekorde an den sechs großen Nordwänden der Alpen, darunter am Matterhorn (1 Stunde 46 Minuten) und auf der Heckmair-Route am Eiger (2 Stunden 28 Minuten) – ein alpiner Klassiker, den auch Laura Dahlmaier mit Bravour gemeistert hat. Gerade ist der Schweizer Arnold (41) von einer Expedition in den peruanischen Anden zurückgekehrt.
Herr Arnold, gewöhnt man sich daran, dass immer wieder Kollegen schwer verunglücken?
An solche tragischen Ereignisse gewöhnt man sich nie. Man verliert durch solche Nachrichten die Freude an dem, was man am liebsten tut, und hinterfragt alles. Der Unfall von Laura macht mich sehr traurig. Ich kenne sie. Laura ist extrem talentiert und gilt als sehr vorsichtig.
Sind die Risiken überhaupt beherrschbar?
Es gibt subjektive und objektive Gefahren. Diese kann man minimieren. Aber es gibt eben leider keine Garantie, dass nichts passiert.
Laura Dahlmeier ist in Steinschlag geraten. Ein wachsendes Problem auch an Gipfeln, die Hobbybergsteiger ansteuern.
Es kommt durch den Klimawandel immer mehr Bewegung in den Fels. Das ist in allen Gebirgen der Welt spürbar. Bei meiner Expedition in Peru sind mir solche Veränderungen auch aufgefallen. Man fühlt es regelrecht beim Klettern.
Kann man sich als Bergsteiger davor schützen?
Das ist nahezu unmöglich. Man kann ganz in der Früh oder sogar nachts klettern, um der zusätzlichen Gefahr durch die Erwärmung im Tagesverlauf zu entgehen. Das Risiko zu verringern, ist schwierig.
Wie muss man sich eine Bergung in so abgelegenen Regionen vorstellen?
Das pakistanische Karakorum ist das höchste Gebirge der Welt, große Teile liegen über 5000 Metern. Dort kommt Hilfe praktisch nur vom Militär. Das Ermutigende ist: Es dauert zwar in der Regel länger, bis die Hilfe anläuft, aber immerhin kommt sie meistens.
INTERVIEW: ANDREAS BEEZ