Startschuss in München

von Redaktion

Deutsche Basketballer beginnen Mission Europameisterschaft

Von der NADA ausgebremst: Schröder kam zu spät zum Treffpunkt. © IMAGO/Tilo Wiedensohler

Bewährte Eckpfeiler, neuer Projektleiter: Bundestrainer Alex Mumbru mit seinen Weltmeistern Franz Wagner (li.) und Johannes Voigtmann. © Sven Hoppe/dpa

München – Irgendwann hatte das Foyer des Leonardo-Hotels den Touch eines Klassentreffens. Die deutschen Basketball-Nationalspieler standen in Gruppen zusammen und plauderten sichtbar gut gelaunt. Nur einer fehlte, und das war ausgerechnet der Anführer. Dennis Schröder hatte am Dienstagmorgen noch Besuch von der nationalen Anti-Dopingagentur (NADA) bekommen. Erst am späteren Nachmittag traf dann auch er in München ein.

Aber das reichte ja auch um einigermaßen entspannt in das Unternehmen Europameisterschaft einzusteigen. Bereits am Mittwoch reist der DBB-Tross nach Malaga weiter, wo Bundestrainer Alex Mumbru ein erstes Trainingslager für die derzeit noch 16 Auserwählten auf den Plan gesetzt hat.

Es ist Teil eins des Unternehmens, das am Ende tunlichst wieder mit Edelmetall enden soll. Viele sehen im Weltmeister neben Serbien den großen Topfavoriten für das Turnier in Finnland, Polen, Zypern und Lettland, wo am 14. September das Finale ansteht. Franz Wagner, der Jungstar von den Orlando Magic hat nichts dagegen. „Es ist gut, sich Ziele zu setzen“, sagte er, „aber wichtig ist, dass wir mit dem richtigen Vibe an die Sache herangehen.“

Immerhin kann Mumbru auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Derzeit sind außer dem verletzten Moritz Wagner und dem, aus dem Nationalteam zurückgetretenen Niels Giffey noch alle Weltmeister an Bord. Doch das muss nicht so bleiben, wie Mumbru andeutete: „Ich werde die zwölf Besten mitnehmen.“ Und das ist dann doch ein bisschen anders als bei Vorgänger Gordon Herbert, der die Nationalmannschaft zum dreijährigen Projekt mit festen Rollen machte. Im nächsten Jahr gibt es kein Turnier. Gut möglich, dass der Spanier der deutschen Auswahl dann mit Blick auf Olympia 2028 einen Umbruch verpasst.

Dazu passt, dass der 46-Jährige, der die Europameisterschaft als Spieler übrigens schon gewinnen hat (2009), auch spielerisch für dieses Jahr noch keine größeren Veränderungen auf dem Plan hat. „Ein bisschen härter in der Defensive“, will er Schröder & Co wohl spielen lassen, „auch ein bisschen schneller.“ Ansonsten will man sich wohl weitgehend an das halten, was den Deutschen Basketball-Bund zuletzt immerhin unter die Top-Teams von EM, WM und Olympia befördert hatte.

Vom kommenden Jahr an könnte dann auch langsam aber sicher die Zeit der Ausnahmetalente aus der U18 schlagen, die es gerade in der Schweiz zum Vizeweltmeister gebracht hat. Mit Christian Anderson darf einer aus dem Talentschuppen immerhin schon einmal im vorläufigen Kader Erfahrungen sammeln. Dass er es unter die 12 EM-Fahrer bringt, ist ähnlich wie beim Ulmer Nelson Weidemann und Japan-Legionär Tim Schneider indes unwahrscheinlich. Aller Voraussicht nach wird Mumbru seinen Kader schon nach der Trainingswoche in Malaga ein erstes Mal reduzieren.

Einer der Schlüsselmomente in der weiteren Vorbereitung könnte der Supercup in München sein. Am 15. August trifft die DBB-Auswahl im SAP Garden auf die Türkei – tags darauf könnten Svetislav Pesics Serben um NHL-Superstar Nikola Jokic der Gegner sein. Und das könnte mit etwas Glück ein ähnlicher Fall werden wie der 2023 das Testspiel gegen die USA, das Kapitän Dennis Schröder und Kollegen mit einem Aha-Effekt verließen: „Wir können gegen die Allerbesten bestehen.“ Neben dem Supercup testet die deutsche Mannschaft vor dem EM-Auftakt in Tampere gegen Montenegro noch in Mannheim gegen Luka Doncics Slowenen (10.8.) und in Köln gegen Spanien (23.8.).

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